Aarau

Gymnasiasten fechten mit Worten gegeneinander

Die Siegerin Julia Fischer überzeugte das Publikum mit ihrer unaufgeregten, sachlichen Art. Markus Suter

Die Siegerin Julia Fischer überzeugte das Publikum mit ihrer unaufgeregten, sachlichen Art. Markus Suter

In einem Debattier-Wettbewerb an der Alten Kantonsschule lernen Gymnasiasten, wie man mit Argumenten richtig hantiert. Aus der Debatte vom Donnerstag gingen gleich zwei als Sieger hervor.

An dieser Frage scheiden sich die Geister: Soll das Handy im Unterricht genutzt werden dürfen? Die Schülerinnen und Schüler führen kontroverse Argumente ins Feld. Man müsse die Vorteile von Handys nutzen. Spiele könnten das Allgemeinwissen fördern – zum Beispiel «Quizduell». Nein, erwidern andere, das Handy lenke die Schüler vom Unterricht ab. «Versetzen wir uns mal in die Rolle der Lehrer, die vor einer Klasse stehen. Und alle Schüler tippen Nachrichten in ihr Smartphone.»

Solche Streitgespräche entstanden gestern am Debattentag an der Alten Kanti Aarau. Über 200 Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren nahmen am Event teil, ein paar wenige schafften es ins Rampenlicht der Aula. Dort fand nach gut zweieinhalb Stunden das Finale statt. Und es gab gleich zwei Sieger – genauer gesagt: einen Sieger und eine Siegerin. Julia Fischer und Davide Probst erhielten exakt gleich viele Punkte.

Ausreden lassen zahlt sich aus

Beim Streitgespräch waren die Schüler gleich in verschiedenen Bereichen gefordert. Die Jury entschied nach Sachkenntnis, Überzeugungskraft, aber auch, wie die Teilnehmer miteinander umgingen. Wer sich gegenseitig ins Wort fiel, kriegte Abzug. Und wer das Publikum mit Spontanität gewinnen konnte, erhielt Extrapunkte. Am Ende standen nicht die Lautesten auf dem Podest, sondern diejenigen, die ihre Argumente fair und überzeugend vortrugen.

Schüler politisch weiterbilden

Initiiert werden Debattiertage schweizweit von der Organisation «Jugend debattiert». Diese schult Lehrerpersonen in Sachen Streitkultur, die wiederum im Unterricht an die Schüler weitergegeben wird. Urs Marti, Leiter von «Jugend debattiert», erklärt: «Die Schüler sollen sich fragen: Was sind gute Argumente? Was überzeugt die Zuhörer?» Es gehe nicht nur darum, möglichst gut aufzutreten. Vielmehr will Marti die Schüler politisch weiterbilden.

Die Alte Kanti Aarau tue sehr viel in diese Richtung. Das nimmt Marti wohlwollend zur Kenntnis. Vor zwei Jahren veranstaltete die Schule bereits einen Debattiertag, damals mit über 1000 Schülern. An der diesjährigen Veranstaltung nahmen alle Schüler der zweiten Klassenstufe teil. Rektor Martin Burkard will künftig jedes Jahr einen Debattiertag abhalten: «Wenn es so läuft wie heute, dann wird das zur Tradition.»

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