Aarau
Grünen-Stadtratskandidat Hanspeter Thür: «Beim geplanten Fussballstadion gibt es Sparpotenzial»

Die Schweiz am Wochenende und die AZ stellen den neun Kandidaten für den Aarauer Stadtrat diese und nächste Woche je die sechs gleichen Fragen. Heute: Hanspeter Thür, Grünen-Stadtratskandidat.

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Ex-Datenschützer Hanspeter Thür mischt sich in die Aarauer Stadiondebatte ein.

Ex-Datenschützer Hanspeter Thür mischt sich in die Aarauer Stadiondebatte ein.

ZVG/Sandra Ardizzone/Montage_az

Was spricht dagegen, dass die Stadt Aarau der HRS das Land im Torfeld abkauft und selber ein einfaches Stadion baut?

Ich habe in dieser Zeitung vorgeschlagen, Varianten zu prüfen, um das Vorhaben zu beschleunigen. Der Kauf des Grundstücks durch die Stadt wäre eine Möglichkeit. Ich würde aber auch andere Standorte prüfen, nicht zuletzt, um die Grundeigentümerin HRS unter Druck zu setzen. Am Ende darf es aber für die Stadt nicht mehr als die bereits beschlossenen 17 Millionen Franken kosten.

Wären Sie bereit, für die Realisierung des Zukunftsraums in Aarau eine Steuererhöhung in Kauf zu nehmen?

Das würde ich nicht von vornherein ausschliessen. Die Frage kann aber erst beantwortet werden, wenn der Nutzen für die Bevölkerung klar und so die Erhöhung gerechtfertigt ist. Sicher ist es so, dass durch eine bessere Zusammenarbeit Effizienzgewinne erzielt werden können.

Bedauern Sie es, dass Ende September die Infanterie die Stadt verlässt und damit die meisten Rekruten aus Aarau verschwinden?

Aarau als Garnisonsstadt wird Geschichte. Das ist natürlich für viele ein Verlust. Umgekehrt gewinnen wir mit dem Kasernenareal und dem Zeughaus höchst attraktive Stadtteile mitten im Zentrum nahe Bahnhof und Altstadt. Das ist eine unglaubliche Chance. Quartiere entstehen, die unterschiedlichsten Interessen gerecht werden. Dafür würde ich mich einsetzen!

Wenn Sie einfach so könnten: Wo würden Sie im städtischen Haushalt eine Million Franken sparen?

Unsere öffentliche Infrastruktur ist schon im Vergleich mit unsern Nachbarländern auf höchstem Stand. Da und dort etwas weniger würde die Nutzung nicht beeinträchtigen. Warum muss, wenn eine neue Leitung gelegt wird, der ganze Strassenbelag erneuert werden? Sparpotenzial auch beim geplanten Fussballstadion: Braucht es 10 000 Plätze?

Was nervt Sie in der Stadt am meisten?

Eigentlich wenig. Das Aushandeln der unterschiedlichen Ansprüche an den städtischen Raum gehört zum Alltag einer Stadtregierung. Es braucht viel Toleranz! Wer im Zentrum wohnt, sollte aber auch akzeptieren, dass eine Stadt nur Stadt bleibt, wenn sie pulsiert.

Wären Sie traurig, wenn Sie nicht gewählt würden?

Traurig ist das falsche Wort. Aber enttäuscht wäre ich selbstverständlich. Dies, weil ich überzeugt bin, dass ich gute Ideen und auch Lösungen für die Stadt habe.