Ein Rasenmäher surrt, der Geruch von frisch geschnittenem Gras liegt in der Luft. Ein Trottinett liegt auf der Strasse, Kinder spielen am Brunnen. Hier am Wallerplatz im Zelgli dominieren Kreidezeichnungen den Asphaltboden, doch Halt! Was soll diese grüne Linie? Auf dem Boden rahmt die Linie den Platz ein.

Es ist ein Rechteck

Seit vergangener Woche ziehen sich die grünen Linien von Ecke zu Ecke des Platzes. Aus der Vogelperspektive fügen sich die Linien zu einem Rechteck zusammen. Gibt es eine neue Verkehrsregel? Marco Caprarese, Projektleiter Verkehrsplanung, bei der Stadt Aarau, verneint: «Es handelt sich um eine sogenannte farbliche Gestaltung der Strassenoberfläche, nicht um eine Verkehrs- signalisation. Sie hat entsprechend keine rechtliche Bedeutung, sondern soll lediglich die Aufmerksamkeit erhöhen.» Das Projekt auf dem Wallerplatz wurde durch die Initiative von 18 Anwohnern initiiert. Zelgli-Bewohner Bernhard Grafe verrät den Gedanken hinter dem Projekt: «Die Markierung soll Autofahrer, die den Platz befahren, auf spielende Kinder sensibiliseren. Der Platz wird rege genutzt, er bildet einen Treffpunkt, von überall aus dem Quartier kommt man auf den Wallerplatz.»

Viele ältere Aarauer geniessen die Ruhe im Zelgli. In den letzten Jahren hätten sich wieder mehr junge Familien zu ihnen gesellt, sagt Grafe. Es spielten wieder vermehrt Kinder auf den Strassen. Um die Sicherheit der Kinder zu verbessern, sammelte man Unterschriften und setzte sich mit der Stadt zusammen. Verschiedene Varianten standen zur Debatte. Von baulichen Massnahmen und Signalisationen war zeitweise die Rede. Schliesslich einigte man sich auf die farbliche Gestaltung.

Viele Wege führen nach Rom, fünf auf den Wallerplatz. «Ursprünglich war der Quartierplatz als Rechteck geplant. Die Markierung wurde genutzt, um die aufgrund der Strassenführung heute nicht mehr direkt ersichtliche Struktur des Platzes zu verdeutlichen», erklärt Caprarese vom Stadtbauamt. Die Farbe Grün hat man aus einer Auswahl von Farben auserkoren, die für solche Gestaltungen zugelassen sind. Eine spezielle Bedeutung habe sie nicht, passe aber in die Gartenstadt, so Caprarese.

Strassenspiele sind erlaubt

Doch darf man auf der Strasse überhaupt spielen? Samuel Häfliger von der Stadtpolizei Aarau klärt anhand der Verkehrsregelverordnung auf: «Für Spiele darf auf verkehrsarmen Nebenstrassen der gesamte Bereich der Fahrbahn benützt werden, sofern die übrigen Verkehrsteilnehmer dadurch weder behindert noch gefährdet werden.»