Aarau
Grosszügige Aussparungen stellen im Torfeld Nord Konsens her

Zweiter Anlauf für einen Gestaltungsplan für das Aarauer «Entwicklungsgebiet» im Torfeld Nord: Dank Aussparung von zwei grösseren Grundstücken ist es gelungen, mit den Grundeigentümern eine Vereinbarung zu erzielen, der das Ganze debklockieren soll.

Hermann Rauber
Drucken
Teilen
Im ehemaligen Zeughaus an der Rohrerstrasse sind Nutzungen des Sports, der Fitness, aber auch Ausstellungen und Ateliers denkbar.

Im ehemaligen Zeughaus an der Rohrerstrasse sind Nutzungen des Sports, der Fitness, aber auch Ausstellungen und Ateliers denkbar.

Heidi Hess

Der neue Entwurf liegt bis zum 5. Oktober im Parterre des städtischen Rathauses öffentlich auf.

Der Aarauer Einwohnerrat hat das Areal «Torfeld Nord» am 31. März 2008 in eine gleichnamige Spezialzone mit Gestaltungsplanpflicht eingeteilt. Gegen beide planungsrechtlichen Grundlagen sind beim Verwaltungsgericht respektive beim Regierungsrat Beschwerden eingereicht worden. Die Behandlung der Einwendungen wurde sistiert, um Zeit für eine einvernehmliche Lösung zu gewinnen. Mit Erfolg: Der Aarauer Stadtrat konnte nun mit den Beschwerdeführern und den übrigen Grundeigentümern eine Vereinbarung treffen, die es erlaubt, das Verfahren in absehbarer Zeit abschliessen zu können.

Neuauflage dank Anpassungen

Während die Spezialzone in der Nutzungsordnung der Stadt Aarau keine Veränderung erfährt, gelang der Konsens dank Korrekturen im Entwurf des Gestaltungsplanes «Torfeld Nord». Dessen Perimeter erstreckt sich vom Kreuzplatz bis zum alten Zeughaus und in der Nord-Süd-Achse von der Rohrerstrasse bis zu den SBB-Gleisen.

Laut Stadtbaumeister Felix Fuchs werden im Mittelteil neu zwei grössere Grundstücke im Gestaltungsplan vorläufig ausgespart. Zudem sind die finanziellen Beteiligungen an den künftigen Erschliessungen mit den Eigentümern in einem (nicht öffentlichen) Vertrag neu detailliert geregelt worden.

Anpassungen wurden schliesslich auch im Bereich der Grünflächen vorgenommen, die unter anderem den neuen Veloweg zwischen Aarau und dem Stadtquartier Rohr betreffen. All dies führte zur öffentlichen Neuauflage des Gestaltungsplanes «Torfeld Nord», die im Moment läuft.

Der Gestaltungsplan legt grundsätzlich «die konzeptionellen Grundzüge für die städtebaulich optimierte Überbauung und Erschliessung» in diesem Gebiet fest. Dabei geht es um die Erneuerung und – soweit gewünscht – Erhaltung dieses zentrumsnahen Entwicklungsgebietes. Und zwar mit einer «ausgewogenen Nutzungsdurchmischung».

Im Gebiet Lindenhof sind Angebote im Bereich Schule, Bildung, Kultur und Dienstleistungen vorgesehen, im ehemaligen Zeughaus (der historischen Werkhalle der «internationalen Gesellschaft für Bergbahnen» des Nikolaus Riggenbach von 1873/74) wären Nutzungen für Zwecke des Sports, der Fitness, aber auch Ausstellungen und Ateliers denkbar.

Kosthaus wird abgebrochen

Als nicht (mehr) erhaltenswert eingestuft wird hingegen das einstige Kosthaus der Alten Kantonsschule an der Rohrerstrasse, das abgerissen werden soll.

Der Wohnanteil im neuen Torfeld Nord wir nicht dominant sein und lagebedingt lediglich einen Wert von rund 30 Prozent erreichen. Weil es sich bei der jetzigen Auflage um eine «Wiederholung» des Verfahrens im Jahre 2008 handelt, steht einem gleichzeitigen Mitwirkungs- und Einwendungsverfahren nichts im Wege.

Die Abteilung Raumplanung des kantonalen Baudepartementes hat den neuen Gestaltungsplan vorgeprüft und eine Genehmigung in Aussicht gestellt. «Wir hoffen, dass der zweite Anlauf von Erfolg gekrönt ist und in absehbarer Zeit eine erste Etappe der baulichen Erneuerung dieses Gebietes ausgelöst werden kann», sagt Stadtbaumeister Felix Fuchs.

Aktuelle Nachrichten