Kinderbetreuung
Grosse Nachfrage – die meisten Kinderhorte führen eine Warteliste

Das Netz der Kindertagesstätten wächst – die hohe Nachfrage in den Städten hält an, aber auch in ländlicheren Gebieten sind viele Krippen ausgebucht. So kommt es, dass viele Eltern sich schon vor der Geburt des Kindes für einen Platz umsehen.

Lee Ann Müller
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Anzahl der Kindertagesstätten in den Gemeinden der Region

Anzahl der Kindertagesstätten in den Gemeinden der Region

Aargauer Zeitung
Kindertagesstätten

Kindertagesstätten

Chris Iseli

Eltern, die schon eine Krippe suchen, bevor das Kind überhaupt das Licht der Welt erblickt hat, sind keine Seltenheit. Die Nachfrage nach Kindertagesstätten (Kitas) ist gross. Im Redaktionsgebiet der az Aarau gibt es mittlerweile rund 50 Kitas.

Vor allem in den Städten sei die Nachfrage nach wie vor am höchsten, sagt Esther Elsener von der Fachstelle Kinder & Familien. Allein in der Kantonshauptstadt Aarau gibt es acht Kindertagesstätten. Alice Liechti, Geschäftsführerin des Vereins Erziehung und Bildung und zuständig für die Kindertagesstätte «Spielvilla» im Schachen Aarau, sagt, es brauche die Krippen. «Wir führen in der ‹Spielvilla› eine Warteliste», sagt sie. Zwar sei diese nicht mehr so lange wie noch vor drei Jahren, da es in der Region Aarau mittlerweile ein grösseres Angebot an Kitas gebe, doch die Nachfrage sei immer noch hoch, so Liechti. Erst kürzlich wurde im Aarauer Gönhardquartier mit der «Zauberhöhle» eine neue Kita eröffnet.

Zwei Krippen in einem Dorf?

In der Gemeinde Beinwil am See gibt es gleich zwei Kitas. Das sei für sie kein Problem, sagt Krippenleiterin Valéria Meister von der Kindertagesstätte Lollipop. Ihre Kinderkrippe habe ein anderes Konzept als die Bio-Kita Paradiesli im gleichen Dorf, so biete sie zum Beispiel zusätzlich einen Mittagstisch für Kindergärtner und Schüler an – die Eltern hätten somit die Möglichkeit, zwischen den beiden Krippen auszuwählen. «Ausserdem zügeln immer wieder neue Familien ins Dorf», sagt sie, «und viele Kinder kommen nicht nur aus Beinwil, sondern aus den umliegenden Gemeinden», sagt sie.

Auch auf der gegenüberliegenden Seite des Hallwilersees, in Meisterschwanden, gibt es eine Kita – die einzige in der näheren Umgebung. Erst in Seon oder Bettwil gibt es weitere Kindertagesstätten. Die Kinderkrippe sei dementsprechend ausgebucht, sagt Kita-Leiterin Sandra Schärer: «Wir führen eine Warteliste.» Aufgrund der grossen Nachfrage sei darum ein Umzug ins neue Dorf-Zentrum Meisterschwanden und eine Vergrösserung der Kita geplant.

Doch nicht immer entspricht das Angebot der Nachfrage: In Hirschthal muss die Kindertagesstätte Glühwürmli Ende März ihre Tore schliessen, da die finanzielle Unterstützung und immer mehr auch die Kinder aus dem Dorf fehlten. Gerade wenn in einer Kita keine subventionierten Plätze zur Verfügung stehen, habe sie es schwieriger, bestehen zu können, sagt Esther Elsener von der Fachstelle Kinder& Familien. Auch sei es tendenziell eine grössere Herausforderung, auf dem Lande eine Kinderkrippe zu führen, wegen Faktoren wie der geringeren Nachfrage und den unterschiedlichen Familienstrukturen.