Aarau
Grosse Baustelle am Kreuzplatz sorgt für Stau und Baustress

Für 2 Millionen Franken wird am Aarauer Kreuzplatz eine uralte Kanalisation ersetzt und die Bahnhofstrasse saniert.

Urs Helbling
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Kreuzung Kreuzplatz Aarau
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Kreuzung Kreuzplatz Aarau

Urs Helbling

Am stärksten leiden die Arbeiter, die unter schwierigsten Platzverhältnissen eine neue Kanalisation bauen müssen. Genervt werden die Autofahrer, die seit Anfang November auf eine der drei Spuren verzichten und immer wieder im Stau stehen müssen.

Für die Fussgänger gibt es seit Montag vom Bahnhof Richtung Telli beim Kreuzplatz kein Durchkommen mehr. Und die Velofahrer tun gut daran, den wegen der Bauerei noch engeren Verkehrsknoten möglichst zu umfahren – im Interesse ihrer eigenen Sicherheit.

Von der Güterstrasse bis mitten auf den Kreuzplatz muss eine gegen hundertjährige Kanalisation ersetzt werden. «Die alte Leitung ist total undicht. Sie entspricht nicht mehr den Anforderungen des heutigen Gewässerschutzes und die Kapazität der Leitung ist ungenügend», erklärt der örtliche Bauleiter Daniel Fischer von der Firma CES Bauingenieur AG.

Die neue Kanalisation wird auf zwei Arten erstellt: im Westen mit konventioneller Bauweise. In einem fünf Meter tiefen Graben werden Betonrohre mit Glockenmuffen verlegt. Von den 120 Metern sind etwa 100 bereits fertig. Im Osten mit Pressvortrieb (ohne Graben). Auf einer Länge von 80 Metern wird in einer Tiefe von sieben Metern ein Betonrohr durch den Boden gepresst. Gut zu sehen ist die Startgrube mit dem Aufzug in der Bahnhofstrasse.

Fels bremst Pressvortrieb

Die Arbeiten für den Bau der Entnahmegrube mitten auf dem Kreuzplatz (Insel Rohrerstrasse) begannen am Dienstag mit der Demontage der Signalbrücke. Wegen dieser Grube mussten die Fahrbahnen leicht verlegt und drei Fussgängerstreifen ganz geschlossen werden. Diese Massnahmen dauern ungefähr bis Mitte Mai.

Viel befahren

Der Kreuzplatz wird täglich von rund 45'000 Fahrzeugen befahren. Er ist damit einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknoten im Aargauer Kantonsstrassennetz.

Die drei Spezialisten, die für den Pressvortrieb zuständig sind, müssen unter sehr engen Verhältnissen arbeiten. Das Rohr, an dessen Schild das Erdreich ausgebrochen wird, hat lediglich einen Durchmesser von 1,2 Metern. Geplant wäre, dass die Arbeiter mit ihrem Mini-Bagger etwa drei Meter pro Tag vorankommen. Aber zurzeit ist es nur ein Meter – wegen einer Felslinse im oberen Teil des Ausbruchsprofils.

Baggern und Spitzmeisseln hilft da nicht mehr weiter. Nötig ist hydraulisches Sprengen mittels einer Vielzahl von Bohrlöchern. «Wir wussten, dass etwas kommt, aber mit so hartem Fels haben wir nicht gerechnet», erklärt Fischer. Von den 80 Metern Leitung im Pressvortrieb sind erst 8 Meter erstellt.

Jede Menge störende Leitungen

Der Kanalisationsbau unter der Bahnhofstrasse ist für Aarauer Verhältnisse aussergewöhnlich. Wegen der engen Platzverhältnisse, wegen des Verkehrs, wegen der Grabentiefe. Und vor allem wegen der vielen Leitungen, die bereits im Boden liegen. In etwa 15 Metern Tiefe ein Sauberwasserstollen, der in den sechziger Jahren erstellt worden ist und bei starken Regenfällen Oberflächenwasser Richtung Aare ableitet.

Dann hat es Strom-, Wasser- und Gasleitungen. Und wegen der Telefonzentrale unmittelbar am Kreuzplatz jede Menge Swisscom-Leitungen. Deren Rohrblock liegt über der künftigen Kanalisation. Was das Gas betrifft, so muss im Bereich der Entnahmegrube sogar eine Röhre verlegt werden.

Kein Raum mehr für die Ratten

Wenn die neue Kanalisation gegen Ende Mai fertig sein wird, werden auch die Hausanschlüsse erstellt. In der Regel unter der mittleren Fahrspur. Die Kantonsschule erhält einen ganz neuen Hausanschluss auf der Westseite des Weihers.

Die alte Leitung wird im Ostteil saniert und als Hausanschluss des Swisscom-Gebäudes weiter verwendet. Im Westteil wird sie mit Fliessmörtel verfüllt. Damit verlieren die Ratten ihr bisheriges Zuhause.

Nach dem Kanalisationsbau, der Sache der Stadt ist, saniert der Kanton die Strasse. Die Kanalisation kostet 1,4 Millionen Franken, die Strasse 600 000 Franken. Bauende soll kurz vor dem Maienzug (Anfang Juli) sein.