Bau-Boom
Grossbaustelle Schule: Wo im Westaargau besonders viel investiert wird

Bau-Boom in den Gemeinden: Für einige Dörfer sind Schulbauten eine Existenzfrage.

AZ-Redaktion
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In Buchs wird derzeit das Schulhaus Risiacher neu gebaut. Es kostet (inkl. Projektierung) 19 Mio. Franken.

In Buchs wird derzeit das Schulhaus Risiacher neu gebaut. Es kostet (inkl. Projektierung) 19 Mio. Franken.

Urs Helbling

Kindergärten und Schulhäuser, Lehrpersonen und Schulmaterial: Alleine die Gemeinden geben zwischen 30 und 40 Prozent ihres Geldes für die Bildung aus. Beeindruckend sind auch die Investitionen. Gestern Abend diskutierte der Lenzburger Einwohnerrat eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Oberstufen-Campus Lenzhard. Kosten rund 30 Millionen Franken, Realisierung in der zweiten Hälfte der Zwanzigerjahre. Schon vorher muss Lenzburg etwa 10 Millionen in die «Mühlematt»-Erweiterung im Primastufenzentrum Angelrain und den «Bleiche»-Ausbau investieren.

Das teuerste Projekt hat die Stadt Aarau. Der Ersatz für die Oberstufe Schachen (OSA) wird Grössenordnung 50 Millionen Franken kosten. Angedacht ist ein Hochhaus beim Hallenbad Telli. Aarau hat eben für 7 Millionen Franken die Primarschule Schachen saniert. Und in Rohr wurden ein neuer Kindergarten und ein Tagesstrukturgebäude gebaut.

Die grösste Baustelle ist aktuell in Buchs

Aktuell befindet sich die grösste Schulbaustelle im AZ-Gebiet Aargau West in Buchs: Dort wird für 19 Millionen Franken (inkl. Projektierung) die Primarschule Risiacher neu gebaut und das alte Schulhaus dann abgerissen. Das alte Gebäude ist seit Jahren nicht mehr dicht und hat ein Notdach.

Es erinnert an einen Bau in einem kommunistischen Land. Buchs muss nach dem «Risiacher» noch nachlegen: Anstehend ist ein Neubau- und Sanierungsprojekt in der Schulanlage Gysimatte. Dafür sind nochmals rund 18 Mio. Franken vorgesehen (frühestens 2023). Vage Pläne gibt es zudem für ein neues Schulgebäude und eine neue Turnhalle in der «Surenmatte».

Ohne neues Schulhaus müsste Holderbank wohl mit einer Nachbargemeinde fusionieren. Die Arbeiten am 15 Millionen Franken teuren Komplex begannen am Montag. Eine ähnliche Bedeutung für das Dorf hat der 5,5 Millionen Franken teure Schulhaus-Bau in Birrwil. Spatenstich war am 21. Oktober. Gebaut wird auch in Niederlenz, wo die Schulanlage Rothbleicherain erneuert wird (bewilligt sind 5,8 Mio. Fr.). Einen für die Grösse der Gemeinde sehr beachtlichen Betrag von 11,9 Millionen Franken investiert Dürrenäsch. Ein Teil der Arbeiten ist bereits fertig.

Sehr grossen Nachholbedarf haben die beiden Entfelden. Die Häuser der Kreisschule platzen aus allen Nähten: 2,7 Millionen Franken sind schon bewilligt, weitere 13 bis 16 Millionen Franken sollen folgen.

Suhr hat 21 Millionen Franken in den Neubau «Vinci» investiert (eingeweiht im September 2017). Doch das genügt noch nicht: Die erste Etappe der Sanierung der Bezirksschule (2 Millionen Franken) ist in den letzten Zügen, die zweite Etappe wurde zu Gunsten der Sanierung des Oberstufenschulhauses Schulhaus Ost (Sek und Real) verschoben (wohl 2028). Der Investitionsbedarf für das Oberstufenschulhaus (bis 2025) dürfte rund 4,5 Millionen Franken betragen.

Besonders häufig werden Kindergärten gebaut

Wegen des Bevölkerungswachstums sind im Moment vor allem Kindergärten gefragt. In Beinwil am See kann der neue Doppelkindergarten am Samstag, 12. Dezember, besichtigt werden. Für seinen Bau sind 2,68 Millionen Franken bewilligt. In Seon ist ebenfalls ein Doppelkindergarten im Bau (2,44 Mio. Fr.). Aktuell montiert wird der aus einem Holzbau bestehende neue Vierfachkindergarten in Schöftland. Das 4,3 Millionen Franken teure Gebäude ist so etwas wie der Abschluss einer grossen Schulraum-Erneuerung.

Staufen hat eben einen 4-fach-Kindergarten mit Schulraum-Erweiterung bewilligt (und dazu eine Doppel-Sporthalle für 8,7 Millionen Franken). In Seengen sollen die Stimmbürger im kommenden Sommer rund 3 Millionen Franken für einen Kindergarten für zwei Abteilungen genehmigen. Schon übernächste Woche entscheiden die Hunzenschwiler an der Urne über einen Kredit von 790000 Franken für den Umbau der ehemaligen Post in einen Chindsgi. In Aarau werden als Nächstes die Kindergärten Damm und Goldern saniert. Im Gönhard will die Stadt zudem rund 6 Millionen Franken in neue Tagesstrukturen investieren.

Am letzten Freitag haben die Kölliker 3,7 Millionen Franken für rasch aufstellbare Schulraummodule bewilligt. Und am Wochenende die Fahrwanger die Planung für eine 10 Millionen Franken teure, regionale Oberstufe genehmigt. Noch Zukunftsmusik ist, was in Küttigen passieren wird. Der Gemeinderat hat einen Grundsatzentscheid gefällt: Die Doppelturnhalle Stock sowie die Musikschule inklusive Mehrzwecksaal werden neu gebaut. Raum brauchen allenfalls auch die Tagesstrukturen. Das wird ins Geld gehen – wie die meisten der hier dargestellten unvollständigen Liste der Schulhausbauten.