Ein winterliches Modell von Davos. Die rhätische Miniatureisenbahn dreht im Kreis, die Installation ist von Soldaten, Panzern und Stacheldraht besetzt. Es ist eine alpine Hochsicherheitszone.

Und: Sie fasziniert die Besucherinnen und Besucher des Aargauer Kunsthauses Aarau. So am letzten Dienstagmittag bei der Besprechung des Bilds des Monats. Beim Werk von Thomas Hirschhorn, der Wirtschaftslandschaft Davos aus dem Jahr 2001, gibt es kein Betrachten von aussen, man ist stets mittendrin.

«Der Ausnahmezustand in der Wirtschaftslandschaft Davos steht im Kontrast zum gängigen Bild einer Schweizer Alpendestination», sagt Nadja Baldini an der Bildbesprechung zu den Zuhörern. Diese sparen nicht mit Komplimenten: «Ich finde es grossartig, was das Kunsthaus jede Woche macht. Die Führerinnen sind auch immer top informiert und motiviert», so Peter Märki, der mit seiner Frau Pia an die Besprechung kam. Helene Baumann findet es schön, dass «wir im Kanton jetzt ein Werk von Hirschhorn haben. Der gehört uns.»

Denn: das Kunsthaus hat die Arbeit 2010 angekauft. Viele der Besucherinnen kommen regelmässig ins Kunsthaus. So wie Doris Keller: «Ich lasse mir gerne moderne Kunst erklären, sage nicht einfach: ‹Was soll denn das?›» Das Werk von Hirschhorn ist durch die derzeitige politische Lage und das jährliche WEF sehr aktuell.

Auch Schülern könnte es gefallen: «Ich werde mit meiner Klasse hierher kommen», so eine Primarlehrerin. (dba/sha)