Kommentar

«Gross-Aarau»: Die Fusion muss mit mehr Tempo vollzogen werden

Urs Helbling
Wenn die Fusion von «Gross-Aarau» zustande kommt, wird sie im Januar 2026 vollzogen.

Wenn die Fusion von «Gross-Aarau» zustande kommt, wird sie im Januar 2026 vollzogen.

Der Zukunftsraum Aarau, ein Gebilde mit 45'000 Einwohnern soll 2026 Realität werden. Eigentlich müsste der ganze Prozess aber schneller voranschreiten.

Die neue Kantonshauptstadt, von vielen «Gross-Aarau» genannt, wird bis zu 45'000 Einwohner und 45'000 Arbeitsplätze haben. Bisher gibt es im Aargau keine Stadt dieser Grösse. Ob das Gebilde, das die Initianten als Zukunftsraum bezeichnen, Realität wird, muss sich weisen.

Die Reaktionen an den Info-Veranstaltungen waren positiv. Die Stunde der Wahrheit ist nah. Näher, als bisher geplant war. Denn neu sollen nicht nur die vier Gemeinden Aarau, Densbüren, Unter- und Oberentfelden nächstes Jahr die definitiven Fusionsentscheide fällen, sondern auch das wegen seiner Grösse speziell wichtige Suhr.

Die Tempoverschärfung ist gut. Aber sie genügt noch nicht. Man stelle sich vor: Im Juni beschliessen die fünf Gemeinden die Fusion, vollzogen wird sie dann aber erst im Januar 2026. Also viereinhalb Jahre später. So viel Übergangszeit hat es bisher im Aargau bei keinem anderen kommunalem Fusionsprojekt gegeben.

Mit gutem Grund: Denn in dieser Phase dürfte es so etwas wie eine Schattenregierung – vermutlich bestehend aus den Aarauer Stadträten – geben. Die anderen zwanzig Gemeinderäte wären quasi aussen vor.

Die Umsetzung der Fusion wird schneller gehen müssen. Doch vorerst müssen die Stimmbürger entscheiden, ob sie den Zukunftsraum überhaupt wollen. Es wird hitzige Diskussionen geben. Denn es steht viel auf dem Spiel: Nicht zuletzt, ob der Kanton Aargau national an Gewicht gewinnt.

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