Mit dem am Freitag mündlich eröffneten Urteil liegt das Amtsgericht Olten-Gösgen deutlich über den vom Staatsanwalt beantragten 40 Monaten. Die Verteidigung hatte 24 Monate beantragt. Der 40-jährige Verurteilte wird ambulant therapiert.

Er hat den drei Opfern zudem eine Genugtuung von 42 000 Franken zu bezahlen. Die Privatklägerschaft hatte 50 000 Franken geltend gemacht.

Das Amtsgericht unter der Leitung von Präsident Pierino Orfei sah rund 140 sexuelle Handlungen mit damals drei Buben unter 16 Jahren als gegeben an. Wie Orfei in seiner mündlichen Urteilseröffnung mehrfach betonte, sei der Täter bei der Suche nach Opfern mit Raffinesse vorgegangen.

Er habe seinen Beruf als Lehrer und die damit verbundenen pädagogischen Grundkenntnisse ausgenutzt. Zum einen um Vertrauen bei den Opfern und deren Familien aufzubauen, zum andern um mit seinem kumpelhaften Umgang den Kontakt zu den Opfern zu festigen. Die Strategie sei stets dieselbe gewesen.

Im Hallenbad verführt

Im Hallenbad in Unterentfelden habe er über Aktivitäten beim Sprungbrett Kontakte geknüpft. Der Beschuldigte habe das Alter der Buben gekannt, habe vorsätzlich gehandelt und sie als Sexualobjekte ausgenutzt, um seinem Trieb, den er bislang unter dem Deckel habe halten müssen, nachleben zu können. Vor allem das eine der drei Opfer, das in rund hundert sexuelle Handlungen verwickelt wurde, wurde mit Bier geködert. Es fand den offerierten Alkohol offenbar anziehend.

Orfei schilderte den Beschuldigten als wenig kooperativ. «Es liegt nach Ansicht des Gerichts kein umfassendes Geständnis vor», monierte er. Zudem seien in den Akten wahrheitswidrige Aussagen nachzulesen. Es fehlten detaillierte Angaben, was an der Glaubwürdigkeit des Angeklagten ebenfalls zweifeln lasse. Insgesamt kam das Gericht zum Schluss, die Tat wiege schwer. Die Faktenlage weise kaum strafmildernde, dafür umso mehr strafverschärfende Faktoren auf.

Die Folgen, unter denen die Opfer bis heute zu leiden hätten, würdigte Orfei ebenfalls. Zwar seien diese bei den mittlerweile jungen Männern nicht überall gleich bemerkbar. Aber: «Der psychische Belastungszustand ist nicht überwunden», sagte Gerichtspräsident Orfei. Das hätten die Befragungen und Geschehnisse am Prozesstag aufgezeigt. Eines der Opfer etwa hatte den Gerichtssaal weinend verlassen, weil es befürchtete, im Detail wieder nach den Geschehnissen von damals befragt zu werden.

Strafe höher als erwartet

Das Urteil, das höher ausgefallen ist als beantragt, überraschte Staatsanwalt Christoph Fricker nicht. Er könne mit der Argumentation des Amtsgerichts gut leben, diese sei durchaus nachvollziehbar, meinte er. «Mir war wichtig, dass die Strafe unbedingt ausgesprochen wird und der Strafantritt durch die verordnete ambulante Therapie nicht hinausgezögert wird.»

Die Verteidigung stand für eine Stellungnahme nach der Urteilseröffnung nicht zu Verfügung.