Gränichen
Gränicher zahlen an Badener «Pfuusbus»-Projekt

Die Gemeinde Gränichen beteiligt sich mit 300 Franken jährlich am «Pfuusbus»-Projekt, das die Stadt Baden in Zusammenarbeit mit dem Verein für Notschlafstellen und der Stiftung Sozialwerke Pfarrer Sieber im nächsten Winter einführen

Katja Schlegel
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Der «Pfuusbus» bietet Platz für 15 Übernachtungsgäste.

Der «Pfuusbus» bietet Platz für 15 Übernachtungsgäste.

Sabina Galbiati

Weil es im Aargau auf der Achse Zofingen/Aarau/Brugg/Baden zu wenig Notbetten hat, weichen viele Obdachlose und Randständige nach Zürich aus. Dort sind die Notschlafstellen-Betreiber in den letzten Jahren jedoch sehr restriktiv geworden und weisen Obdachlose aus anderen Kantonen ab. «Die Gemeinden sind von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen», schreibt der Gemeinderat Gränichen.

Gemeindeschreiberin Andrea Geissmann präzisiert: «Obdachlose sind nicht in erster Linie Menschen, die seit Jahren unter der Brücke schlafen, sondern beispielsweise auch Menschen in einer Notlage, die dringend eine Schlafstelle benötigen, weil sie beispielsweise kurzzeitig keine Wohnung haben.»

Um das Projekt zu finanzieren, werden alle rund 200 Gemeinden im Kanton für einen Beitrag angefragt. Bei Bedarf können die Gemeinden für ihre notleidenden Einwohner einen Platz im Bus reservieren. Diese kann drei Nächte in der Unterkunft schlafen und bekommt am Abend eine warme Mahlzeit und ein Frühstück. «In jeder Gemeinde geraten Menschen in solche Notsituationen. Für sie aufzukommen, kann schnell ins Geld gehen, deshalb unterstützen wir das ‹Pfuusbus›-Projekt», sagt Geissmann.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 440 000 Franken pro Jahr. Sind da die von Gränichen gesprochenen 300 Franken nicht ein viel zu kleiner Betrag? Nein, sagt Geissmann: «Die 300 Franken entsprechen dem von den Projektleitern vorgeschlagenen Betrag.» Dieser ergibt sich aus der Anzahl Einwohner pro Gemeinde.

Ob der «Pfuusbus» nächsten Winter auf dem Werkhofareal in Baden aufgestellt werden kann, entscheidet sich Ende März: Bis dann läuft die Frist für die Zusagen der Gemeinden.