Aarau
Göttis sollen die Grünpflege finanzieren

Die Aarauer FDP schlägt vor, mittels Patenschafts-Modellen die Kosten für die Baum- und Parkpflege zu senken

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Die Aarauer Bevölkerung schätzt in hohem Masse die städtischen Grünflächen, Alleen und Parkanlagen.

Die Aarauer Bevölkerung schätzt in hohem Masse die städtischen Grünflächen, Alleen und Parkanlagen.

Sandra Ardizzone

Die Freisinnigen sind bekanntlich privatisierungsfreudig. Dabei machen sie auch vor öffentlichen Grünanlagen nicht Halt: Die FDP-Einwohnerratsfraktion hat Ideen, wie man die Grünflächenpflege in der Stadt von Privaten finanzieren lassen können. Einwohnerrat Pascal Benz hat eine entsprechende Anfrage eingereicht.

«Die Aarauer Bevölkerung schätzt in hohem Masse die städtischen Grünflächen, Alleen und Parkanlagen», schreibt Benz. Man wolle nun den Einwohnern «eine weitere Möglichkeit eröffnen, sich mit persönlichem Engagement für die Begrünung der Stadt einzusetzen».

Die Freisinnigen schlagen zwei verschiedene Modelle vor: Park-Götti/Gotte oder Baum-Götti/Gotte. Ein Parkgötti könnte mit einer namhaften Geldspende für einen gewissen Zeitraum Pate eines ganzen Parks werden. Als Gegenleistung gäbe es eine öffentliche Würdigung und vielleicht auch eine Einflussnahme auf die Gestaltung des Parks – zum Beispiel, wenn ein Baum ersetzt werden muss.

Ein Baum-Pate hingegen spendet für einen Einzelbaum, der dann auf Wunsch eine Plakette des Spenders trägt. Als Gegenleistung stellt sich die FDP hier eine Teilhabe an Baum-Erträgen vor («zum Beispiel Pflücken von Lindenblüten etc.»). Als Paten kämen sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen infrage.

Langfristig, so schreibt Pascal Benz für die FDP, seien solche Patenschaften eine Chance, die Sensibilität für die Pflege der Grünanlagen zu erhöhen, damit diesen mehr Sorge getragen würde. «Des Weiteren erhoffen wir uns, dass die Pflege und der Unterhalt der öffentlichen Grünflächen mit der Zeit gänzlich von privaten Liebhabern der Grün-Stadt Aarau getragen werden kann.» Aus der Luft gegriffen ist dieser Vorschlag nicht: Ähnliche Projekte in anderen Städten – die FDP führt als Beispiele Zürich, San Diego und Bristol an – seien bereits umgesetzt worden.

In der Stadt Zürich werden konkret Hochstamm-Obstbäume gefördert. Man will deren Anzahl von derzeit um 5000 auf 10 000 steigern. Paten verpflichten sich, während 10 Jahren jährlich 50 Franken pro Baum zu zahlen. Als Gegenleistung erhalten sie jedes Jahr 5 Liter Süssmost und die Teilnahme an einem Patentag.