Aarau

Gottesdienst-Kollekte: Reformierte sind knausriger als Katholiken

Kirchenkollekte

Kirchenkollekte

Ein Gottesdienst ist gratis. Und doch zücken viele Gläubige nach dem Schlussspiel der Orgel das Portemonnaie. Weil die Predigt ergreifend war – oder weil man es sich schlicht gewohnt ist, etwas zu spenden.

Doch wer spendet wann wie viel? Die Bilanz des Jahres 2012 hat die reformierte Kirche Aarau noch nicht gemacht. Aber Rolf Suter, Sekretariatsmitarbeiter der reformierten Kirche, weiss: «Es kommen jedes Jahr immer rund 70000 Franken zusammen.» Die Kollekte sei eine konstante Einnahme, wenn auch nicht relevant fürs Budget, da sie stets weitergegeben wird. An einem normalen Gottesdienst sind es zwischen 100 und 600 Franken.

In diesem Rahmen bewegt sich auch die Gottesdienst-Kollekte in der katholischen Kirche Peter und Paul. Hier kommen jährlich rund 60000 Franken zusammen. Hinzu kamen 2012 bei der katholischen Kirche Aarau aber noch rund 26000 Franken aus der Antonius- und der Kerzenkasse. Die Beträge daraus werden für soziale Projekte innerhalb der Pfarrei verwendet. Auch die 30000 Franken für die Aktion Fastenopfer sind – anders als für die Fastenaktion «Brot für alle» bei den Reformierten – deutlich höher und separat verrechnet.

Mit demnach total 116000 Franken und rund 6300 Mitgliedern (inkl. Biberstein und Küttigen) kommen die Katholiken so auf eine Pro-Kopf-Spende von 18 Franken. Abzüglich der Mitglieder im Stadtteil Rohr, die zur reformierten Kirche Rohr-Buchs gehören, leben in Aarau aktuell 5483 Reformierte. Das ergibt eine Pro-Kopf-Spende von Fr. 12.75.

Bei den Katholiken haben Spenden traditionell eine stärkere Bedeutung – besonders in der Fastenzeit. Zudem ist der soziale Druck bei den herumwandernden Körbchen wohl grösser als bei den diskreten Kässeli beim Ausgang der Stadtkirche.

Grössere Spenden bei Abdankungen

Speziell bei den Reformierten ist, dass die Hälfte des jährlichen Betrages an Abdankungen gesammelt wird, obwohl es weniger Abdankungen gibt als Gottesdienste (108 Abdankungen waren es 2012). Das sei wohl wegen der Beziehung zum Verstorbenen so, erklärt sich Rolf Suter, die grösseren Beträge.

Ob an Gottesdiensten oder Abdankungen: Die Kollekte geht meist zugunsten wohltätiger Organisationen oder Projekte. «Nur selten ist die Spende komplett kirchenfremd», sagt Suter. So kamen im November an einer Abdankung rund 1600 Franken für den Wildpark Roggenhausen zusammen und auch dem Verein Vogelwarte Sempach wurde im letzten Jahr einmal gespendet.

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