Gönhard-Quartier
Gönhard-Bewohner erneut vertröstet

Eine Umfrage sollte Klärung in der Sache rund um den Schleichverkehr bringen. Genau diese Massnahme wird jetzt aber auf Eis gelegt.

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Im Juli urteilte das Bundesgericht überraschend, dass der Aarauer Stadtrat in Sachen Schleichverkehr im Gönhard-Quartier auf Feld eins zurück müsse. Die Behörde hatte bis zur letzten Instanz daran festgehalten, dass Lärmschutzmassnahmen unverhältnismässig seien, weil das Problem nur auf das übergeordnete Strassennetz verlagert werde. «Lausanne» gibt den beschwerdeführenden Anwohnern Recht und zwingt die Behörde, exakte Berechnungen anzustellen. Erstens seien geschätzte 8 Prozent Mehrverkehr auf der Entfelderstrasse akustisch gar nicht wahrnehmbar. Zweitens sei nicht bewiesen, dass die Kapazitätsgrenzen der Transitstrassen endgültig gesprengt würden.

Torfeld bringt noch mehr Verkehr

Groteskerweise wird jetzt genau jene Massnahme auf Eis gelegt, die Aufschluss über alternative Verkehrsführungen gegeben hätte: Der betroffenen Bevölkerungen im Gönhard- und Goldern-Quartier ist seit Jahren eine Umfrage versprochen. In dieser sollten Varianten vorgelegt werden, wie mit dem künftigen Mehrverkehr aus dem benachbarten Entwicklungsgebiet Torfeld Süd mit Fussballstadion und Einkaufszentrum umgegangen werden könnte.

Zuerst die Experten, dann das Volk

Varianten, «welche von einer Verkehrsverlagerung aufs übergeordnete Netz ausgehen», wie der Stadtrat gestern mitteilte. «Deren Auswirkungen und Verkraftbarkeit» seien nun aber aufgrund des Bundesgerichtsurteils «nebst anderen Varianten vertieft zu prüfen», steht im Communiqué weiter. Der Stadtrat sehe sich deshalb «gehalten, die Bevölkerungsumfrage auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, zu dem das Ergebnis der Abklärungen» vorliege.

Experten nehmen sich nun also der Frage an, was passiert, wenn die Weltistrasse und Teile des Gönhardwegs, der Tellstrasse und der Südallee zum Beispiel mit einem Fahrverbot belegt würden. Die Gönhard-Bewohner warten inzwischen weiter auf die Umfrage und geben die Hoffnung nicht auf, dass zumindest die Variante «Nichtstun» auf dem Fragebogen keinen Platz hat. (trö)