Aarau

Gönhard-Kinder müssen die nächsten Jahre enger zusammenrücken

Das Provisorium soll auf dem Lehrerparkplatz des Gönhardschulhauses aufgestellt werden.Pascal Meier

Das Provisorium soll auf dem Lehrerparkplatz des Gönhardschulhauses aufgestellt werden.Pascal Meier

Noch ist nicht klar, wie das Platzproblem am Standort Gönhard definitiv behoben werden soll. Klar ist nur: Per Schuljahresbeginn 2014/15 braucht es mehr Räume. Als Übergangslösung präsentiert der Aarauer Stadtrat dem Einwohnerrat nun ein Provisorium.

Die Zeit drängt: Mit der Umstellung auf 6/3 (6 Jahre Primarschule, 3 Jahre Oberstufe) und der Einführung des zweijährigen Kindergartenobligatoriums wird es eng am Standort Gönhard. Auf das Schuljahr 2014/15 braucht es Platz für drei zusätzliche Primarschulabteilungen sowie eine zusätzliche Kindergartenabteilung.

Nachdem der Einwohnerrat im Februar 2013 den Projektierungskredit von 1,86 Millionen Franken für den Erweiterungsbau mit Räumen für die Primarschule, die Kindergärten und FuSTA (familien- und schulergänzende Tagestrukturen) zurückgewiesen hat, präsentiert der Stadtrat nun eine Übergangslösung: ein Kindergarten-Provisorium mit Platz für eine Kindergartenklasse und den Mittagstisch. Der Stadtrat hat die entsprechende Botschaft sowie einen Antrag für einen Baukredit über 915 000 Franken zuhanden des Einwohnerrats verabschiedet.

Fünf Jahre bis zum Bezug

Beim Vorschlag, dessen Projektierungskredit der Einwohnerrat zurückgewiesen hat, wäre das Untergeschoss des Traktes 3, das bislang durch die FuSTA genutzt wurde, zu Schulräumen umgebaut worden. Die beiden bisherigen sanierungsbedürftigen Kindergärten wären abgerissen und durch Neubauten ersetzt worden. Die Gegner des Projekts argumentierten, das Bauvolumen sei zu gross und die Gesamtinvestitionen zu hoch. Ausserdem wurde angeführt, dass die Platzierung der FuSTA innerhalb des Erweiterungsbaus städtebaulich falsch sei, da das Schulareal so viel zusätzliche Baumasse nicht vertrage. Weiter wurde das Durchführen eines Konkurrenzverfahrens gefordert.

Das Raumprogramm für den Erweiterungsbau wird derzeit erarbeitet. Danach werden die städtebaulichen Möglichkeiten abgeklärt und ein Konkurrenzverfahren durchgeführt. Mitsamt Projektierung und Realisierung rechnet der Stadtrat mit einer Dauer von vier bis fünf Jahren.

FuSTA braucht neuen Standort

Um Platz für die Kinder zu schaffen, muss aber bereits in den kommenden Monaten Raum her. Die jetzt vorliegende Modulbau-Variante würde Platz für ein Kindergarten-Klassenzimmer und den Mittagstisch bieten, der sich derzeit im Erdgeschoss von Trakt 3 befindet. Durch diesen Wechsel würde im Trakt Platz für eine Schulklasse frei.

So würde es mit den Platzverhältnissen grad so aufgehen, schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft: «Das Raumprogramm ist auf das absolute Minimum reduziert worden und schliesst die grösstmögliche Auslastung des Altbaus durch die Primarschule mit ein.» Weil ab August 2015 eine weitere Primarschulabteilung dazu kommt, muss die FuSTA samt Mittagstisch bis dann an einen neuen Standort ziehen.

Kaufen günstiger als mieten

Aufgrund der langen Nutzungsdauer von rund fünf Jahren setzt der Stadtrat auf die Variante gekaufter Holzmodulbau; die Mietlösung würde rund 20 000 Franken teurer ausfallen. Container wären zwar von den Investitions- und Mietkosten her noch billiger, scheiden aber aus, weil die Baubewilligung aufgrund des Energiegesetzes auf maximal drei Jahre befristet ist. Die Lösung des Holzmodulbaus ist bezüglich Nutzungsdauer unbefristet. Zu stehen kommen soll das Provisorium auf dem Lehrerparkplatz. Dies sei mit der Lehrerschaft abgesprochen und werde durch diese wie auch der Schulleitung ausdrücklich befürwortet, schreibt der Stadtrat.

Der Baukredit über 915 000 Franken beinhaltet das Gebäude, die Honorare, Umgebungsarbeiten, Baunebenkosten, Ausstattung und Reserve. Das Provisorium ist so konzipiert, dass es aufgestockt werden könnte.

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