Suhr

Gigis Pizzen sind beliebt: Seit bald 20 Jahren zaubert er mit dem Holzofen

Luigi Costantino alias Gigi: «Pizza aus einem Holzofen schmeckt eindeutig besser.»

Luigi Costantino alias Gigi: «Pizza aus einem Holzofen schmeckt eindeutig besser.»

Früher in Aarau, heute in Suhr, ist Luigi Costantino einer der beliebtesten Pizzaiolos der Region – seit bald 20 Jahren.

«Si chiude una porta, si apre un portone», oder auf Deutsch: Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich ein Tor. Dies sagte sich Luigi Costantino, als er den Standplatz für sein Pizza-Take-away am Aarauer Graben nach zehn Jahren räumen musste. «Gigi», wie man ihn kennt, hatte sich unter den Aarauern bekannt und beliebt gemacht mit seiner heiteren, aufgeschlossenen Art – und natürlich vor allem seinen köstlichen Pizzen, stets direkt aus dem Holzofen. Zuzusehen, wie er vor Ort mit Hingabe die Zutaten auf den von Hand gekneteten Teig verteilte und die Pizza dann warm dampfend aus dem Holzofen herausholte, war ein zusätzliches Erlebnis. «Dass die Pizza schon innerhalb einer Minute fertig war, hat die Kunden immer wieder beeindruckt», sagt Luigi Costantino, ein überzeugter Verfechter der authentischen und vor allem viel schnelleren «Holzofen-Kultur», wie er sagt. Eine Pizza aus einem Holzofen backe sich nicht nur schneller als in einem Elektroofen, sie habe auch einen eindeutig anderen, charakteristischen Geschmack.

Dieser ist sicher mit dafür verantwortlich, dass «Gigi’s feine Holzofen-Pizza» jeweils so viele Leute anzieht. Den anderen Teil steuert wohl das sympathische Auftreten von Gigi und seiner Familie bei. Ehefrau Maria und die Töchter Sara und Chiara helfen jeweils mit. In Aarau etwa hatte Sara als damals Zehnjährige die Kasse betreut. «Die Kunden fanden dies immer süss, gaben ihr oft gutes Trinkgeld. Einmal im Winter kaufte eine Kundin meiner Tochter sogar extra Handschuhe, damit ihre Händchen nicht frieren», erzählt Luigi Costantino. Wenn man ihn fragt, was er von dieser Zeit vermisst, dann sagt er eindeutig: Nebst den Stammkunden vor allem dieses Zusammenwirken in der Familie, als die Kinder noch klein waren.

Als in Aarau eben «eine Tür zuging», öffnete sich in Suhr gleich ein ganzes Tor – oder je nach Sichtweise sogar zwei grosse Fussballtore: Seit 2012 serviert die Familie Costantino ihre Pizzen in der Hofstattmatte, im Clubrestaurant des FC Suhr. Dort verkehren wiederum viele Familien, dank dem grossen Feld, auf dem sich die Kinder austoben können. Von Donnerstag bis Sonntag arbeiten die Costantinos jeweils dort, ansonsten stellt AC-Milan-Fan Gigi seinen mobilen Holzofen auf Bestellung an Anlässen auf, mittwochs über Mittag verkauft er seine Pizzen vor dem Gebäude von CH Media in Aarau – bis zu 70 Pizzen seien es jeweils.

Klassiker aus Süditalien und viele Eigenkreationen

Nebst Klassikern wie Margherita, Napoli, Prosciutto oder Quattro Stagioni stehen auch Eigenkreationen zur Auswahl wie «Pizza AZ» – ausgerechnet eine vegetarische, mit Mascarpone – oder «Pizza Gigi», seine Lieblingspizza, mit Speck und Zwiebeln. Die Ursprünge der Rezepte und Zubereitungsform gehen auf seine Familie aus dem süditalienischen Kampanien zurück. Gigi selber ist aber in Neuenburg geboren und kam nach einer Internatszeit in Como als Jugendlicher mit seinen Eltern nach Schöftland, wo er aufwuchs. Seine Mutter arbeitete dort bei der Textilfabrik Fehlmann, sein Vater bei der WEZ in Oberentfelden. Nach der Pensionierung kehrten die Eltern nach Italien zurück, Luigi Costantino liess sich 2001 nach 17 Jahren bei der Chocolat Frey und 12 Jahren bei Jowa Pasta, beides in Buchs, in Luzern zum Pizzaiolo ausbilden – «nur mit Holzofen natürlich», sagt der heute 55-jährige.

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