Rupperswil
Gigathlon: Nicht jeder Schwimmer schwimmt in die richtige Richtung

Rund 1600 Helfer sind am Gigathlon im ganzen Kanton Aargau im Einsatz – ein Erfahrungsbericht einer Helferin auf der Schwimmstrecke.

Christine Fürst
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Vor dem Kraftwerk stiegen die Schwimmer zum ersten Mal aus der Aare.

Vor dem Kraftwerk stiegen die Schwimmer zum ersten Mal aus der Aare.

Christine Fürst

Eine gewisse Nervosität macht sich breit. Was erwartet mich auf der Gigathlon-Schwimmstrecke als Helferin? Ich bin auf dem Weg zum Kraftwerk in Rupperswil/Auenstein. Hier müssen die Schwimmer ihre neun Kilometer lange Strecke auf der Aare wegen des Kraftwerks unterbrechen, dieses umlaufen und wieder ins Wasser steigen.

Ich bin auf dem Boot mit der Nummer Sieben stationiert. Es ist das letzte Boot vor dem Ausstieg und damit sind wir gleich vor dem Kraftwerk. Mit mir an Bord sind Marco vom Freianglerverein Rupperswil und zwei Rettungstaucher, Karin und Thomas. Unsere wichtigste Aufgabe: Die Schwimmer gut beobachten und – sollten sie nicht Richtung Zwischenziel unterwegs sein – in die richtige Bahn lenken.

Es ist kurz nach halb acht und per Mikrofon bekommen wir vom Start in Aarau die Information, dass bereits die erste Schwimmerin gestartet ist. Damit hatte man nicht gerechnet. Um Viertel nach acht Uhr taucht sie auch schon beim Zwischenziel in Rupperswil auf. 5,5 Kilometer hat sie nun hinter sich, mehr als die Hälfte.

Einige Athleten schwimmen ein bisschen zu nah am Ufer. Marco erklärt mir, dass dies wegen des Schwemmholzes gefährlich sein könnte. Wir behalten sie im Auge. Ein weiterer Athlet – er ist nicht der einzige – schwimmt auf der falschen Seite. Wir versuchen, ihm mit rufen und pfeifen anzuzeigen, wo das Ziel wäre. Erst als er beinahe bei unserem Boot angekommen ist, hört er uns. Er ändert die Richtung und schwimmt zum Ausstieg. Jetzt muss er nochmals alle Kraft aufwenden, um gegen die Strömung zum Zwischenziel zu gelangen.

Es ist Halbzeit meines Einsatzes und die Single- und Couple-Athleten sind an uns vorbeigezogen. Wir warten auf die Athleten aus den Fünfer-Teams. Ich kann an Land und beim Ausstieg helfen. Denn dieser hat es in sich: Eine steile Rampe und eine metallene Treppe führen ans Ufer.

Was für ein Gigathlon-Wochenende!
129 Bilder
Gänsehaut-Moment Sieger Ramon Krebs kommt ins Ziel
Die Champions Ramon Krebs (Mitte) mit Michael Achermann (links) und Gabriel Lombriser
Nina Brenn mit Sohn Flurin
Die Couples-Sieger
Gabriel Lombriser lässt sich feiern
Das aargauersport.ch-Team im Ziel Schwimmerin Silvana Huber, Radrennfahrer Michael Kyburz, Läufer Samuel Keller, Skaterin Ramona Härdi sowie Biker Fabian Paumann. (v.l.)
Die Aargauer Jungsportler werden im Ziel gefeiert
Das Podest der Teams of Five mit dem aargauersport.ch-Team (kniend rechts)
Läufer Samuel Keller gibt Auskunft nach dem Zieleinlauf.
Gefragter Mann: Radrennfahrer Michael Kyburz
Biker Fabian Paulmann wärmt sich ein
Wechsel am Sonntag von Rad auf Schwimmen
Schwimmerin Silvana Huber kämpft um Platz 2
Inlineskaterin Ramona Härdi
Massenstart am Sonntagmorgen in Aarau
Massenstart am Sonntagmorgen in Aarau
Mit Schweiss getränkte Kleidungsstücke
Erholung für Mensch und Tier, aber gemütlich sieht anders aus
Ramon Krebs, der spätere Sieger, auf der Inlineskatesstrecke der Aare entlang
Wechselzone Hallwil - Laufschuhe abziehen und ab gehts ins Wasser
Herrliches Gigathlon-Wetter am Hallwilersee
Sonntagmorgen, fünf Uhr: Wer den Gigathlon gewinnen will, muss früh aufstehen
Am Morgen um halb sechs Uhr auf der Radstrecke
Das Team aargauerzeitung.ch im Ziel
Was für ein Gigathlon-Wochenende!
Jagdstart am Sonntagmorgen um 5 Uhr.
Biker Fabian Paumann (rechts) zeigt in den Jura-Hügeln eine starke Leistung und kann sogar dem Weltranglisten-11. Mathias Flückiger folgen
Biker Fabian Paumann (rechts) zeigt eine starke Leistung und kann sogar dem Weltranglisten-11. Mathias Flückiger folgen
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Biker Fabian Paumann (rechts) zeigt eine starke Leistung und kann sogar dem Weltranglisten-11. Mathias Flückiger folgen
Biker Fabian Paumann übergibt an Schwimmerin Silvana Huber
Schwimmerin Silvana Huber (links) auf der Schwimmstrecke
Schwimmerin Silvana Huber
Schwimmerin Silvana Huber
Schwimmerin Silvana Huber kommt ausser Puste aus dem Wasser
Silvana Huber sprintet in der Wechselzone
Inlineskaterin Ramona Härdi
Ramona Härdi gibt auf den Inlineskates Gas
Läufer Samuel Keller im Vindonissapark in Windisch
Läufer Samuel Keller im Amphitheater
Radrennfahrer Michael Kyburz in Aktion im Fricktal
Biker Fabian Paumann (rechts) hat vor dem Start noch Zeit für einen Schwatz
Biker Fabian Paumann konzentriert am Start
Inlineskaterin Ramona Härdi, Läufer Samuel Keller, Biker Fabian Paumann, Schwimmerin Silvana Huber und Radrennfahrer Michael Kyburz (von links) wollen heute die Grundlage für eine Spitzenrangierung im Gigathlon rund um Aarau legen.
Start der Teams-of-Five in Aarau
Gabriel Lombriser kommt als erster Single im Ziel an Damit hat sich Lombriser nach dem Prolog vom Freitag auch den Tagessieg am Samstag geholt.
Rad fassen und ab gehts auf die Schlussetappe!
Silvana Huber vom Team aargauersport.ch konnte als zweite ins und als dritte aus dem Wasser steigen.
Gabriel Lombriser kommt in Wildegg aus dem Wasser
Massenstart der Singles geglückt - das Feld in Erlinsbach vom Aarauer Schachen herkommend
Zähneputzen in ungewohnter Umgebung. Die Gigathleten sagen: Guet Nacht!
Gabriel Lombriser bekommt am Freitag an der Prolog-Siegerehrung ein Gutschein überreicht. Er benötigte 23:24.
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Gigathleten beim Znacht im Aarauer Schachen
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Prolog: Elsbeth Winkler nach dem Start auf der Velostrecke
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Überall sportliche Beine zu sehen
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Die letzten Vorbereitungen für den Gigathlon laufen. Der Zieleinlauf im Schachen in Aarau.
Impressionen vom Gigathlon 2015

Was für ein Gigathlon-Wochenende!

Fabio Baranzini

«Langsam, langsam»

Zwei Helfer stehen im Wasser und ziehen die Schwimmer die Rampe hoch, zwei weitere ziehen sie weiter und danach komme ich. Ich versuche sie, vor einem Sturz auf die Treppe zu bewahren. Ich rufe immer wieder «langsam, langsam», manche befolgen meinen Rat und reduzieren das Tempo, manche rennen die Treppe hoch, als könnten sie hier wichtige Sekunden verlieren – manche stolpern dann auf der Treppe. Viele sind sehr dankbar, dass sie «aus dem Wasser gezogen werden», sind doch die Athleten oft noch wacklig auf den Beinen und die Muskeln noch nicht ans Laufen gewöhnt. Einige Athleten werden deshalb auch von heftigen Wadenkrämpfen geplagt.

Die Emotionen machen den Gigathlon aus. Viele sind zwar erschöpft, als sie am Zwischenziel ankommen, aber glücklich. Sie werden von den Zuschauern angefeuert und haben manchmal auch noch Zeit für ein Foto oder eine kurze Umarmung.

Ich sehe beim Ausstieg einerseits die Erleichterung der Athleten, den ersten Teil auf der Aare geschafft zu haben. Andererseits glaube ich auch, das Adrenalin in der Luft wahrzunehmen. Denn der Gigathlon ist noch nicht zu Ende.

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