Buchs

Gewöhnliche Gipfeli gibts hier nicht, dafür handgerollte Croissants

Jürg und Nadin Kaufmann präsentieren zusammen mit Tochter Lynn ihre Patisserie und Kaffeespezialitäten.Mario Heller

Jürg und Nadin Kaufmann präsentieren zusammen mit Tochter Lynn ihre Patisserie und Kaffeespezialitäten.Mario Heller

Nadin und Jürg Kaufmann leiten in der ehemaligen Bäckerei von Kurt Schlapbach eine spezielle Chocolaterie. Hier verkaufen sie nebst Brot aussergewöhnliche Spezialitäten wie Pain au Chocolat und Scones.

«Die Marshmallows sind noch in der Tüftelphase», sagt Jürg Kaufmann und überreicht ein pinkfarbenes, zuckriges Klötzlein. Der Geschmack ist überwältigend – eine süsse Himbeerexplosion. Jürg Kaufmann lacht. «Es ist alles selbst gemacht. Das ist uns sehr wichtig.»

Hier in Buchs an der Aarauerstrasse haben er und seine Frau letztes Jahr die Bäckerei von Kurt Schlapbach übernommen und in eine mit französischem Flair angehauchte Chocolaterie verwandelt.Wo früher vor allem Gipfeli und Brötli verkauft wurden, findet man heute in der Vitrine der Chocolats Kaufmann GmbH auch schokoladige Orangen-Stäbchen, Cassis- und Himbeerpralinen, kanadische Cracker und ausländische Gebäcke wie Scones, handgerollte Croissants, Pain au Chocolat, Blätterteigschnecken mit Pistazien. Zudem lädt eine Kaffeebar mit speziellen Kaffeesorten zum Verweilen und Geniessen ein.

«Es war ein sehr strenges Jahr», sagt Jürg Kaufmann. Das Geschäft sei noch im Aufbau. Zufrieden seien er und seine Frau bis jetzt aber allemal. «Viele Leute kommen jeden Tag.» Auch Stammgäste der früheren Bäckerei gehören zu den regelmässigen Kunden. Denn nebst Schokolade und Patisserie verkaufen die beiden jeden Tag frisch gebackenes Brot.

Rezeptideen aus Kanada

Kennen gelernt haben sich der Aarauer und die Buchserin in der Confiserie Brändli in Aarau, wo beide gearbeitet haben. Anschliessend verbrachten sie fast zwei Jahre in Vancouver, Kanada. Viele Rezepte kennt das Paar aus dieser Zeit, und die Liste mit Ideen ist noch lang. «Wir wollen bald hausgemachten Eistee und andere eigene Getränke anbieten.» Auch die Marshmallows werden wahrscheinlich ins Sortiment aufgenommen. Zurzeit testen die beiden nebst Himbeer- noch Passionsfruchtgeschmack. «Wir wollen unseren Kunden etwas bieten, was sie nicht überall finden», sagt Jürg Kaufmann.

Unterstützung erhalten Nadin und Jürg Kaufmann von ihren Angestellten, von denen die meisten schon in der Vorgängerbäckerei gearbeitet haben. «Bei der Übernahme waren sie noch etwas unsicher, weil sie nicht wussten, was sie erwartet. Heute haben sie grosse Freude am Laden«, sagt Nadin Kaufmann. Auch die dreijährige Tochter Lynn schwirrt oft in der Chocolaterie umher. «Das gehört sowohl für sie als auch für uns dazu. Am Freitag hilft sie jeweils sogar beim Zopfbacken», erzählt Mutter Nadin Kaufmann stolz. Dank Hilfe aus dem Familienkreis können die Kaufmanns ihre Tochter trotz 7-Tage-Woche ohne Krippe und Nanny aufziehen.

Spezielle Verpackungen

Genau wie Tochter Lynn gehören auch die handverzierten Schiefertafeln und die spezielle Süssigkeitenverpackung mit Henkeln zu der Chocolats Kaufmann GmbH. «Wir legen viel Wert auf Details», erzählt Nadin Kaufmann. Natürlich gefalle der individuelle Stil des Ladens nicht jedem. «Bei den Croissants scheiden sich die Geister. Einige gehen sofort wieder, wenn sie merken, dass wir keine normalen Gipfeli verkaufen. Andere sprechen von den weltbesten Croissants.»

«Wir bekommen oft Komplimente. Viele Kunden schwelgen dank unserem Pain au Chocolat und den Croissants in Ferienerinnerungen», sagt Jürg Kaufmann. Ausserdem schätzten viele, dass sie auf persönliche Wünsche eingehen. «Letzte Woche hat meine Frau für einen Geburtstag Spitzbuben mit einem Durchmesser von 32 cm gebacken. Am Abend kam der Kunde extra nochmals in den Laden. Er wollte uns unbedingt erzählen, welche Freude er beim Auspacken und Essen der Gebäcke hatte.»

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