Aarau
Getränkemarkt wird zu einer Bar mit Raucher-Lounge

Drei junge Männer möchten einen Laden an der Mühlemattstrasse umnutzen – andere planten das auch schon doch bisher stellte sich der Hauseigentümer quer.

Nadja Rohner
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In diesen beiden Gebäudeteilen an der Mühlemattstrasse soll eine Bar mit Raucher-Lounge entstehen.

In diesen beiden Gebäudeteilen an der Mühlemattstrasse soll eine Bar mit Raucher-Lounge entstehen.

Nadja Rohner

Vor über zwei Jahren schloss in Aarau die «Opium Lounge» – und seither gibt es in der Stadt keine Möglichkeit mehr, in einer Bar Wasserpfeifen zu rauchen. Das soll sich nun ändern: Aus dem leerstehenden Getränkeabholmarkt an der Mühlemattstrasse 40, gleich beim Fretz-Parkplatz, soll eine Bar mit Raucher-Lounge werden. Das Umbau- und Umnutzungsgesuch liegt bis 27. April im Stadtbüro auf. Als Bauherrschaft tritt die Fretz & Co. AG auf, der die Liegenschaft gehört. Die Baukosten sind auf 360 000 Franken veranschlagt.

Betreiben wollen das Lokal drei junge Männer: Mario Gelsomino (30), Berkay Cakan (24) und Furkan Canikli (24). Sie alle sind in der Immobilien- und Treuhandbranche tätig, haben aber auch Gastronomieerfahrung. Die drei haben dem Umnutzungsgesuch ein ausführliches Konzept beigelegt. Daraus gehen die Details des Projekts «Umbau Getränkeshop in Bar mit Raucher-Longe» hervor.

Feierabendbar mit Fumoir

«Wir sprechen alle Altersgruppen ab 22 Jahren an, die nach der Arbeit gemütlich ein Feierabendgetränk geniessen wollen», heisst es im Betriebskonzept. Man setze auf «gepflegten Umgang mit Gästen» und wolle «ein gemütliches und ruhiges Ambiente schaffen». Nach «Befragungen inner- und ausserhalb der Stadt» habe man festgestellt, dass das bestehende Angebot «schmal und langweilig» sei, über «ungemütliches Ambiente» verfüge, über «nicht zufriedenstellende Bedienung» – und vor allen Dingen gebe es keine Wasserpfeifen-Angebote.

Das wollen die drei Betreiber nun ändern. Geplant ist ein Bar-Lounge-Bereich für maximal 50 Personen, daneben ein Fumoir für maximal 70 Personen. Ein Lüftungskonzept sowie eine Schleuse sorgen dafür, dass der Rauch im Fumoir bleibt. Dort können mitgebrachte Waren geraucht werden, aber auch Zigarren und Wasserpfeifen, die vor Ort verkauft werden. «Wir verstehen uns aber nicht als Nachfolger der Opium-Lounge», betont Mario Gelsomino. «Die Wasserpfeifen stehen in unserer Lounge nicht im Vordergrund.»

Serviert werden sollen neben Fingerfood, Softgetränken und den üblichen Alkoholika auch Cocktails, «einzigartig aromatisierte Wassersorten» und «gesunde Protein-Shakes für die sportlichen Gäste».

Schon mehrere Interessenten

Die az weiss: Es hat bereits mehrere Interessenten gegeben, die im ehemaligen Getränkeabholmarkt eine Bar oder einen Club einrichten wollten. Der Eigentümer habe das aber nicht gewollt, heisst es.

Auf Anfrage bestätigt der Verwaltungsratspräsident der Liegenschaftseigentümerin Fretz & Co. AG, Jürg Schärer, dass es «Interessenten gegeben hat für Gastroaktivitäten im weitesten Sinn». Deren Konzept sei aber mit den Mieterinteressen – in der Liegenschaft gibt es auch Wohnungen und Schulungsräume – nicht vereinbar gewesen. Das aktuell aufliegende Projekt unterscheide sich punkto Betriebszeiten und Zielpublikum von den Plänen der bisherigen Interessenten, so Schärer.
Das Lokal soll Dienstag bis Mittwoch von 18 bis 24 Uhr geöffnet sein, Freitag und Samstag bis 2 Uhr, am Sonntag ab 16 bis 24 Uhr. Laute Musik werde es nicht geben, beteuert Mario Gelsomino. «Unsere Gäste sollen sich in normaler Lautstärke unterhalten können.» Weil man zudem «relativ abgeschottet» sei und es wenige Anwohner gebe, dürfte auch kaum jemand durch Lärm gestört werden. Auch nicht vom öffentlichen Parkplatz, der sich direkt vor dem Lokal befindet. Ein Vorteil für die Betreiber - aber besteht nicht die Gefahr, dass eine gewisse Klientel dort mit ihren getunten Fahrzeugen vorfährt und deren Motorstärke präsentiert? Mario Gelsomino drückt es diplomatisch aus: «Wir sprechen nicht in erster Linie diese Klientel an.»

Ob das Lokal dereinst wirklich eröffnen wird, ist noch alles andere als sicher. Das sagt auch Fretz-Verwaltungsratspräsident Jürg Schärer. Er zweifle zwar nicht am Konzept und an der Kompetenz der interessierten Betreiber, aber die Umsetzung sei mit hohen Investitionen verbunden, und es sei noch nicht klar, ob und allenfalls welche Auflagen die Stadt verfügen werde. Auch Mario Gelsomino betont, man habe noch keine Mietverträge unterschrieben, dies hänge auch vom Verlauf des Umnutzungsgesuchs ab. Von allfälligen Einsprachen werde man sich aber nicht beirren lassen: «Wir wollen alle zufriedenstellen.»