Suhr
Gestaltungsplan liegt auf: Strenge Spielregeln fürs Henz-Areal

Keine Zäune, grosse Bäume, von der Denkmalpflege genehmigte Farben – die Gemeinde überlässt mit dem Gestaltungsplan für das Henz-Areal kaum etwas dem Zufall.

Katja Schlegel
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Das Hochhaus steckt wie ein Keil in der Henz-Areal-Diskussion. (Visualisierung)

Das Hochhaus steckt wie ein Keil in der Henz-Areal-Diskussion. (Visualisierung)

Steinmann & Schmid Architekten

Der Suhrer Herbst wird zukunftsweisend. An der Gemeindeversammlung entscheiden die Stimmbürger über die Teilrevision der Bauordnung und damit über die Zukunft des Areals, das seit Monaten zu reden gibt: das Henz-Areal. Heute Industriegebiet, sollen hier in den nächsten Jahren drei Mehrfamilienhäuser und ein Hochhaus gebaut werden. Ein Hochhaus, das wie ein Keil in der Diskussion steckt, seit Monaten tauchen beim Austausch mit Behörden und der Bauherrschaft (Halter AG) die immer gleichen Befürchtungen auf.

Jetzt können sich die Suhrerinnen und Suhrer ein Bild von den Rahmenbedingungen für die Überbauungen machen. Seit Montag liegt der Gestaltungsplan für das Henz-Areal auf. Und er zeigt in seiner Ausführlichkeit, dass die Gemeinde Suhr auf dem zentral gelegenen Areal nichts dem Zufall überlassen will.

Öffentliche Nutzung ist Pflicht

Der Gestaltungsplan teilt das Areal in vier Baubereiche ein: Bereich A für das Hochhaus und die Bereiche B, C1 und C2 für die Mehrfamilienhäuser. In allen Bereichen ist jeweils nur eine Baute zulässig, die maximale Geschossfläche und Höhe pro Bereich genau definiert (für den Bereich A beispielsweise eine Höhe von 40 Metern, geplant sind 39 Meter und zwölf Geschosse).

Für den Hochhaus-Bereich gilt ausserdem eine maximal zulässige Gebäudegrundfläche von 600 Quadratmetern. Weiter muss der Bau im Erdgeschoss öffentlich genutzt werden können, beispielsweise in Form eines Restaurants oder mit Räumen für Quartier-, Jugend- oder Altersarbeit.

Weiter hält der Gestaltungsplan fest, dass unter anderem das Konzept für Farbe und Material der Bauten durch die kantonale Denkmalpflege abgesegnet werden muss, um sich gut in die Umgebung einzufügen. Viel Wert legt die Gemeinde auch auf die Aussengestaltung: Der Aussenraum muss eine hohe Aufenthaltsqualität und Durchlässigkeit aufweisen. Zäune sind – mit Ausnahme zum SBB-Areal hin – verboten.

Der öffentliche Platz im Herzen der Überbauung muss eine Mindestfläche von 400 Quadratmetern aufweisen (gleich viel wie die beiden Innenhöfe für die Bewohner) und mit markanten Bäumen bepflanzt werden. Die Spielplätze sollen naturnah und pädagogisch wertvoll gestaltet werden. Weiter soll entlang der Gränicherstrasse eine Baumreihe gepflanzt werden.

Platz für über 660 Velos

Zur Erschliessung hält der Gestaltungsplan unter anderem fest, dass diese ab der Gränicherstrasse über den Zelgweg erfolgen muss. Notzufahrten erfolgen über Velo- und Fussverbindungen.

Aufgrund der Nähe zum Bahnhof wird die Anzahl Parkfelder reduziert. Nach gültiger Norm müssten für das Areal bis zu 246 Parkfelder zur Verfügung gestellt werden; für das Henz-Areal sind rund 173 Parkplätze geplant. Dazu kommen rund 15 bis 20 Motorradabstellplätze sowie 444 oberirdische, davon 224 gedeckte Veloabstellplätze sowie ein unterirdischer Veloraum für 224 Fahrzeuge.

Für die Überbauung gilt die energetische Anforderung, die Zielsetzungen einer 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. An geeigneten Stellen sollen Ladestationen für e-Fahrzeuge und -Velos entstehen. Weiter muss geprüft werden, das Areal an bestehende Wärmeverbunde anzuschliessen.

Der Gestaltungsplan liegt noch bis 13. November öffentlich auf.

Infoveranstaltung

Heute Donnerstag um 19 Uhr informiert der Gemeinderat im Schulhaus Vinci (Raum «Mona Lisa») über den Gestaltungsplan.