Aarau
Geschenkgutscheine der Zentrum-Vereinigung sollen in der ganzen Stadt gelten

Bisher konnten die Geschenkgutscheine der Zentrum-Vereinigung nur bei Zentrum-Mitgliedern eingelöst werden. Ab 1. August können auch Nichtmitglieder die Gutscheine entgegennehmen - sie müssen aber nicht.

Hubert Keller
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Marcel Suter, Präsident der Zentrum-Vereinigung.

Marcel Suter, Präsident der Zentrum-Vereinigung.

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«Unsere Kundinnen und Kunden muss es doch nicht interessieren, ob ein Geschäft Mitglied der Zentrum-Vereinigung ist oder nicht», sagt Marcel Suter. Die Beschränkung der Geschenkgutscheine auf Mitglied-Geschäfte sei nicht kundenfreundlich, sagt der Zentrum-Präsident.

Zentrum Aarau, die Vereinigung der Fachgeschäfte, setzt die Geschenkgutscheine (und andere Aktivitäten) als Mittel der Kundenbindung ein. Bisher konnten diese nur bei den Zentrum-Mitgliedern eingelöst werden. Das ändert sich am 1. August. Auch Nichtmitglieder können ab diesem Zeitpunkt die Gutscheine als Zahlungsmittel entgegennehmen, müssen aber nicht.

Umsatz von 700000 Franken

Die Vereinigung zählt gegen 100 Mitglieder. Mit den Gutscheinen bringen diese jährlich einen Umsatz von mehr als 700000 Franken in den Detailhandel. Gratis ist das nicht: Die Herstellung der Gutscheine, die Verwaltung und die Administration kosten jährlich 15000 Franken. Und deshalb werden künftig auch die Nicht-Mitglieder zur Kasse gebeten, sofern sie denn die Gutscheine akzeptieren, was selbstverständlich freiwillig ist. Die Umwandlung der Gutscheine, die sie in Zahlung genommen haben, wird mit einer Bearbeitungskommission von 5 Prozent belastet.

Knackpunkt Kommission

«Das dürfte der Knackpunkt sein», räumt Marcel Suter ein. Aus 100 Franken werden 95. Doch könne es nicht sein, dass die Zentrum-Mitglieder die Kosten alleine berappten. Diese bezahlen durchschnittlich 500 Franken Jahresbeitrag, um die vielfältigen Marketing- und Werbemassnahmen zu finanzieren.

Die Geschenkgutscheine werden künftig auch im Bahnhof, im Gais-Center, in der Telli oder im Stadtteil Rohr gültig sein. «Auch dort sind die Zentrum-Kundinnen und -Kunden», sagt Suter, «und umgekehrt kaufen die Kunden eines Gais-Centers oder von Rohr auch in der Innenstadt ein.» Der Zentrum-Vorstand hat 300 Detaillisten brieflich aufgefordert, die Geschenkgutscheine künftig entgegenzunehmen.

Herausforderung gut gemeistert

2006 wurde der Verkehr aus der Altstadt verbannt. Für die Detaillisten im «Zentrum» der Stadt bedeutete dies gleichermassen Verunsicherung und Herausforderung. Marcel Suter ist überzeugt: «Entgegen allen Unkenrufen haben sich die Detaillisten bestens gehalten, sie haben die Herausforderung gut gemeistert.» Der befürchtete Exodus habe nicht stattgefunden, und wo ein Ladengeschäft habe zumachen müssen, sei die Lücke rasch geschlossen worden. Deshalb sei es richtig, dass sich seine Vereinigung öffne und die Anstrengungen auf die Einkaufsstadt als Ganzes gerichtet würden.

«Es muss sich die ganze Stadt positiv entwickeln. Die einzelnen Quartiere auseinanderzudividieren, wäre völlig falsch», sagt Suter. Die Stadt habe in die Sanierung der Altstadtgassen 7 Millionen Franken investiert, nun sei es an den Detaillisten, nachzuziehen, die Sanierung der Gassen für sich nutzbar zu machen.

Marcel Suter setzt auf den Prozess, der im Mai mit einer gross angelegten Entwicklungskonferenz eingeleitet worden ist. An der vom Stadtrat einberufenen Konferenz diskutierten Vertreter verschiedener Interessengruppen ihre Anliegen und Vorstellungen einer künftigen Ausrichtung des Stadtzentrums. Marcel Suter: «Ich bin überzeugt, dass das von uns verlangte Bekenntnis zum Detailhandel aufgenommen wird und zum zentralen Thema für die Ausrichtung der Altstadt werden wird.»

Wertschöpfung und Leben

«Wenn sich die Stadt für ihr Juwel, wie Stadtammann Guignard die Altstadt bezeichnet hat, neue Leitplanken setzt, so sei es wichtig, dass die Nutzergruppen sich nicht gegenseitig in die Quere kommen», sagt Suter. Für ihn besteht aber auch kein Zweifel, dass dem Detailhandel in der Altstadt besondere Beachtung zukommen muss. «Der Detailhandel bringt nicht nur am meisten Wertschöpfung, sondern auch am meisten Leben in die Altstadt.»

Am 29.Oktober wird das Ende der Altstadtsanierung offiziell gefeiert. Wie Marcel Suter ankündet, werden sich die Geschäfte an diesem Tag besonders herausputzen und mit speziellen Aktionen auf sich aufmerksam machen.

Am MAG-Wochenende vom 29.September bis 2.Oktober – MAG steht für Markt Aarauer Gewerbetreibender – werden spezielle Altstadtführungen angeboten. Auch am Rüeblimärt am 2.November sollen die Besucher zu einem Abstecher in die Altstadt gebracht werden.

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