Aarau
Geschenke werden selten umgetauscht

Seit einigen Jahren ist die Zahl der Geschenkrückgaben stark rückläufig. Das hat seine Gründe.

Festtagsreporter Michael Küng
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Geschenke überall

Geschenke überall

Am Montag war der erste normale Werktag nach Weihnachten und entsprechend emsig das Treiben in Aarau: Der Kühlschrank will wieder gefüllt, das Weihnachtsgeld in Neuanschaffungen investiert – und vielleicht auch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk umgetauscht werden.

Denn wer kennt das nicht? Der Pullover ist eine Nummer zu klein, die DVD steht bereits in der Sammlung. In einem solchen Fall kann sich der Gang ins Geschäft lohnen. Denn obwohl es in der Schweiz kein Umtauschrecht gibt, zeigen sich viele Läden kulant.

Doch bleibt der Reporter im Gewusel um die Kassen und Kundendienste der Läden im City-Märt ein Ausgeschlossener – die Rückgabe eines Geschenks ist eine Angelegenheit, die diskret begangen wird: «Ein Foto? Um Himmels willen!» Da viele Geschäfte Artikel auch ohne Quittung zurücknehmen, kann der Umtausch ohne das peinliche Einweihen von Grossmutter vorgenommen werden. Dass nun ausgerechnet ein Reporter auftaucht, kommt nicht sehr gelegen. Verständlicherweise.

Trotzdem ist in Aarau – wie auch schweizweit – die Zahl der Geschenkrückgaben seit einigen Jahren stark rückläufig. Den Grund dafür sehen Geschäfte vor allem in den gleichzeitig angestiegenen Verkäufen von Geschenkgutscheinen. Geradezu explodiert sind diese beispielsweise bei Manor, von einer «hohen zweistelligen Zuwachsrate» spricht die Pressestelle. Dasselbe Bild zeigt sich bei Coop City, wie Sprecher Urs Jordi sagt. Der Grund liegt auf der Hand, denn mit einem Gutschein kann beim Schenken kaum etwas falsch gemacht werden. Umtäusche sind inzwischen so selten, dass kaum einer überhaupt Statistik führt. «Die Zahl der Rückgaben ist unbedeutend klein», heisst es etwa bei Body Shop.

Das sollten Sie beachten

Das deckt sich auch mit den Aussagen der anderen angefragten Geschäfte. Für die kleine Minderheit der Umtauscher gilt es, ein paar Dinge zu beachten. So sollte bei Kleidungsstücken die Etikette nicht abgenommen sein, bei anderen Waren muss die Originalverpackung fast ausnahmslos noch vorhanden sein. Interdiscount, die in diesen Tagen vor allem Doppelgeschenke wie Filme und Spiele tauscht, gewährt eine Rücknahme ohne Quittung in der Regel nur, wenn Kaufdatum und Filiale bekannt sind. Während einige Geschäfte ihre ganzjährigen Rückgabefristen ab Kaufdatum anwenden, gibt es bei anderen nach Weihnachten eine kurze Frist von etwa drei Wochen, in der die Richtlinien gegenüber der restlichen Jahreszeit gelockert sind.

Klappt der Umtausch trotz allem nicht, gibt es keinen Grund, Geschenke im Estrich verstauben zu lassen: Während der Aktion «2x Weihnachten» können noch bis zum 8. Januar auf der Post Geschenkpakete mit unverderblichen Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Spielzeugen abgegeben werden. Portofrei leitet sie die Post an das Rote Kreuz, wo sie sortiert und an Bedürftige in der Schweiz und in Osteuropa verteilt werden. Seit dem 24. Dezember sind auf diesem Weg bereits 6000 Pakete eingegangen: frohe Weihnachten!