Aarau – Pyeongchang
Geschafft! Hier kommt Papi von Freeskier Mischa Gasser nach 17'000 Velo-Kilometern in Südkorea an

Guido Huwiler, Vater von Freestyle-Olympionike Mischa Gasser, ist mit dem Velo über 17'000 Kilometer nach Pyeongchang gefahren, um beim Wettkampf seines Sohnes dabei zu sein. Ein Jahr lang war der Aarauer dafür zusammen mit seiner Frau unterwegs.

Rainer Sommerhalder
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Die letzten 300 Meter seiner 17 000 km langen Reise musste er doppelt zurücklegen. Weil Guido Huwiler auch mit 55 Jahren noch immer ein ambitionierter «Gümmeler» ist, packte ihn im herausfordernden finalen Aufstieg zur Skiakrobatik-Anlage der Ehrgeiz. Mit der Konsequenz, dass er schlicht schneller da war als die Kameras des Schweizer Fernsehens bereit.

Zumindest einer war parat für das Wiedersehen. Sohn Mischa Gasser stand vor dem Eingang des Hotels unmittelbar bei der Schanze, als sein Vater zusammen mit seiner Lebenspartnerin die imaginäre Ziellinie überquerten. Allzu emotional ging das familiäre Treffen nicht über die Bühne. Das mag daran liegen, dass Mischa Gasser von Natur aus ein zurückhaltender und reflektierender Mensch ist und nach einer vor Wochenfrist bei einem Sturz im Training erlittenen Hirnerschütterung zusätzlich ruhig wirkt.

Aber wohl auch, weil die Familienverhältnisse «speziell» sind, wie Mischa Gasser es ausdrückt. «Wir waren nie eine klassische Familie und ich hatte auch nie diese innige Beziehung zum Vater. Es ist nicht immer einfach gewesen», sagt der Solothurner. Aber er freue sich, den Vater nach einem Jahr wieder zu sehen. «Es ist sicher ein spezieller Moment, unser Verhältnis ist durchaus gut.» Bei seinem ersten Olympia-Auftritt am Samstag wird Mischas Mutter ebenfalls im Publikum die Daumen drücken. Wenn der Sohn denn starten kann. Am Montag trainierte er überhaupt erstmals seit der Hirnerschütterung auf der Schanze.

Die Schweizer Freeskier haben momentan auch Flausen im Kopf – mit diesen Videos amüsieren sie in den Sozialen Medien Tausende:

Eine philosophische Ader

Auch Guido Huwiler überlegt lange, als wir fragen, was ihm die Zusammenkunft mit dem Sohn bedeute. Es sei ihm ganz einfach wichtig. «Es ist ein Moment, den wir zusammen haben. Ich war zuvor noch nie an einem Wettkampf von ihm.» Der in Olten wohnhafte – oder soll man sagen – angemeldete Huwiler, der zuvor im Aargau lebte, betont, dass dies hier aber «Mischas Geschichte» ist. Er bewundere an seinem Sohn, dass er seine Träume auslebe. «Das ist für uns Menschen elementar, denn wir leben in einer Welt, die in Belanglosigkeit versinkt.»

Guido Huwiler ist nicht erst auf der Velotour durch die halbe Welt zum Philosophen gediehen. Er sei schon immer ein Mensch gewesen, der alles hinterfragt habe. Dies Eigenschaft liess in ihm auch den Entschluss reifen, den Job zu künden und die Welt per Drahtesel zu erkunden. Alles sei ihm über den Kopf gewachsen, er habe nachts Dinge geträumt, die nicht normal seien. Der Startschuss zur Reise war eine Befreiung. Selbst dass ihm die chinesischen Behörden die Einreise und damit das geplante Zwischenziel Peking verweigerten, störte ihn nicht. «So etwas passiert nicht, weil China Grenzen hat, sondern wir Menschen. Wir lassen ja auch nicht jeden in unser Land. Es ist deshalb beruhigend, dass auch der rote Schweizer Pass nicht alle Türen öffnet.»

Aarau – Pyeongchang, die Bilder:

Aarauer Weltenbummler Guido Huwiler und Rita Rüttimann Huwiler
11 Bilder
Für einmal auf dem Schiff statt dem Velo: Guido und Rita queren den Mekong. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Grüne und saftige Landschaft, soweit das Auge reicht (Laos). «Es ist wie im Paradies», sagt Rita Rüttimann.
Fahrt über einen Seitenarm des Mekong River hinein nach Luang Prabang in Laos. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Auf der Fahrt von Siem Reap nach Poipet, dem Grenzort von Kambodscha zu Thailand. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Thailand wird seinem Namen als "Land des Lächelns" gerecht, sagt Rita Rüttimann. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Die endlosen Reisfelder Thailands. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Endlose Wälder in Laos. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt. Hier in Laos.
Ein Büffel in Thailand. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt. Hier in Thailand.
Knapp 17000 Kilometer haben die beiden schon in den Waden. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Beim Buatong Wasserfall rund 60 km nördlich von Charmey auf dem Weg nach Shanghai. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.

Aarauer Weltenbummler Guido Huwiler und Rita Rüttimann Huwiler

Guido Huwiler
30 Astana Bajterek Tower Der Bajterek-Tower in der kasachischen Hauptstadt Astana.
32 Bilder
31 Astana City Eindrücke aus Astana.
1 in Richtung Pamir Auf gehts in Richtung Pamir-Gebirge.
2 Pamir HW Steile Rampen Steile Rampen verlangen den beiden alles ab.
31 Astana City(1) Astana City.
26 Camping Wild-West-Romantik im Nirgendwo.
31 Ein Pass von vielen Wieder haben Guido und Rita einen Pass geknackt.
21 Kirgistan Begegnungen Eine der eindrücklichen Begegnungen in Kirgistan.
25 Kirgistan Yssyk Köl Kirgistan, Yssyk Köl.
27 in Richtung Almaty Unterwegs in Richtung Almaty.
23 Campingplätze Lauschiger Campingplatz.
29 Astana Einfahrt Die Einfahrt nach Astana.
28 gelebte Gastfreundschaft Ein Wildfremder schenkt den beiden je eine Tafel Schokolade.
22 Kirgistan Eindrücke aus Kirgistan.
15 Einfahrt nach Kirgistan Die ersten Kilometer in Kirgistan.
11 Pamirhighway Fernsicht Fernsicht auf dem Pamir-Highway.
17 Kirgistan Staub- Kaelteschutz Staub- und Kälteschutz in Kirgistan.
20 Kirgistan Passfahrten Passfahrten in Kirgistan.
14 Pamirhighway letzter 4000er Pass Der letzte Viertausender auf dem Pamir-Highway.
16 Pamir Highway Sari Tash Pamir-Highway, Sari Tash.
3 Pamirhighway Meter für Meter geht es über den Pamir-Highway.
19 Reiter grüsst Reiter Reiter grüsst Reiter.
13 Fastfood auf 4300müm Fastfood auf 4300 Meter über Meer.
18 Reiter im Morgenlicht Reiter im Morgenlicht.
6 Wakhan Tal Das Wahkan-Tal.
8 Wakhan Tal Wahkan-Tal.
12 Pamirhighway 4660 müm Auf dem Pamir-Highway, 4660 Meter über Meer.
10 Alichur Abwasch kalt Abwasch in Alichur.
7 Wakhan Tal Panj River Wahkan-Tal, Panj River.
5 Wakhan Tal Im Wakhan-Tal.
9 Wakhan Tal Sandpiste Sandpiste im Wakhan-Tal.
4 Party bei Bauernfamilie Ein lustiger Abend bei einer Bauernfamilie.

30 Astana Bajterek Tower Der Bajterek-Tower in der kasachischen Hauptstadt Astana.

Guido Huwiler
Aarauer Weltenbummler auf dem Weg nach Südkorea
15 Bilder
 Wenn es geht, übernachten die Weltenbummler im Zelt.
 Felder, so weit das Auge blickt.
 Ein überwältigendes Gefühl von Freiheit - so bezeichnet Guido Huwiler das Reisen auf zwei Rädern.
 Im März war es noch so kalt, dass sich über Nacht eine dünne Eisschicht über das Material gelegt hatte.
 Das Kloster Tatew im Süden Armeniens.
 Tehran naht - eine Strassentafel vor Tiflis, Georgien.
 Guido Huwiler und Rita Rüttimann wollen im Winter in Südkorea ankommen, rechtzeitig zu den Olympischen Winterspielen.
 Seit vier Monaten sind sie unterwegs, eben haben sie die 7000-Kilometer-Grenze geknackt.
 Rita Rüttimann vor dem "Ufo" von Bulgarien.
 Hunde können stressen, Schweine sind hingegen gern gesehene Zuschauer am Strassenrand (Marand, Iran).
 Impression aus dem Iran.
 Seit Februar sind Rita Rüttimann Huwiler und Guido Huwiler unterwegs.
 Bis zu zehn Stunden am Tag sitzen Guido und Rita auf dem Velo. Die Entschädigung: Aussichten wie diese.
 Angst haben die beiden beim Velofahren nicht. Der Verkehr sei viel angenehmer als in der Schweiz.

Aarauer Weltenbummler auf dem Weg nach Südkorea

Guido Huwiler