Auf das Areal der ehemaligen Injecta in Teufenthal kehrt neues Leben: Die Reinacher Firma Swiss Metall AG will auf dem Parkplatz eine Recycling-Sammelstelle realisieren. Dafür hat sie das Gelände gekauft. Hinter der Bauherrschaft steht mit Karin Bertschi (21) keine Unbekannte: 2010 eröffnete sie in Reinach das «Recycling-Paradies», eine öffentliche Entsorgungsstelle für Reinach und Leimbach. Dafür erhielt sie letzten Freitag den Prix Evenir 2011 der Erdöl-Vereinigung (az Aargauer Zeitung vom 7. Mai).

In Teufenthal plant die Jungunternehmerin nun ein ähnliches Projekt: eine Recycling-Sammelstelle für die Bewohner aus dem unteren Wynental. «Mit dem Müllbusiness sind die Leute meistens überfordert. Dabei könnten sei bei uns einfach Korken, Papier, Textilien, Sperrgut oder Elektroschrott in den bestimmten Behältern deponieren.» Das Sammelgut würde regelmässig auf Container verladen und per Lastwagen ins «Recycling-Paradies» Reinach zur Weiterbearbeitung oder direkt zur Verwertungsstelle geführt.

Angst vor mehr Verkehr

Für ihr Projekt will Bertschi eine 20×33 Meter grosse Stahlhalle auf dem Parkplatz aufstellen. «Die Emissionen dringen so nicht nach aussen», betont Bertschi. Trotzdem bangen Anwohner um ihre Ruhe. Ein Betroffener sagt, dass durch die Sammelstelle zusätzlich (Schwer-) Verkehr entsteht. Ausserdem sei der Ort wegen der heutigen Verkehrsführung durch die enge Ein- und Ausfahrt auf die Kantonsstrasse ungeeignet. «Das gefährdet Velofahrer und Kinder.»

Auch das angrenzende Wohn- und Naherholungsgebiet würde durch den Bau abgewertet, findet der Anwohner. Er und weitere Betroffene reichen während der Auflagefrist bis 25. Mai Einsprache gegen das Projekt ein.

Karin Bertschi hat den Widerstand zu spüren bekommen, als sie den Anwohnern ihr Projekt vorstellte. Aussagen wie «Da ist der Gotthard-Verkehr ja noch heilig» bekam sie zu hören. Dabei gebe es weniger Verkehr als früher: «Er verteilt sich über den Tag hinweg. Zu Injecta-Zeiten haben sich die Parkplätze zu Stosszeiten gefüllt und geleert. Täglich wird durchschnittlich ein Container mit Sammelgut weggeführt.»Das Institut für Lärmschutz aus Unterägeri erstellte eine Studie. Darin steht, dass aus «schalltechnischer Sicht keinerlei Bedenken gegen das Projekt bestehen» und «die vormalige Lärmbelastung der Injecta höher sei als die verursachte der geplanten Anlage.»

Kanton redet mit beim Projekt

Der Teufenthaler Gemeindeammann Urs Lehner bezeichnet die Sammelstelle nach der Stilllegung der Injecta als «positives Zeichen» für die Gemeinde. «Aber wir rechnen mit mehr Verkehr und Lärm. Die Ein- und Ausfahrt tangiert den geplanten Kreisel. Die Verkehrsführung wird eine Herausforderung.» Die Behörde entscheidet nicht allein über das Projekt: Sie hat das Gesuch an den Kanton zur Überprüfung weitergeleitet.