Aarau

Genossenschaft ersetzt alte Blöcke durch neue – Mieten werden deutlich steigen

Die Genossenschafts-Blöcke stehen neben den Goldern-Hochhäusern.

Die Genossenschafts-Blöcke stehen neben den Goldern-Hochhäusern.

In der Goldern in Aarau sind vier Neubauten für 26,5 Millionen Franken geplant. Deswegen reisst die Wohnbaugenossenschaft vier Häuser aus den Fünfzigerjahren ab. Mieter der neuen Wohnungen werden signifikant mehr bezahlen müssen als die heutigen.

Die Wohnbaugenossenschaft Goldern ergreift an der General Guisan-Strasse die Flucht nach vorne: Vier Mehrfamilienhäuser aus den Fünfzigerjahren werden abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Für 26,5 Millionen Franken entstehen neben dem Gönert-Wald 60 neue Wohnungen. Die künftigen Mieten werden deutlich höher sein als heute (800 bis 1200 Franken).

Nur noch 5 statt 94 Kinder

Die bestehende Siedlung wurde 1956 erbaut. Im Baurecht – auf 91,4 Aren, die der Einwohnergemeinde Aarau gehören. Ursprünglich wohnten dort ausschliesslich Post- und Bahnbeamte. «Früher wohnten 94 Kinder in der Siedlung», erinnert sich Hans Ueli Hodel-Lanz, der als junger Pöstler mit seiner Familie einzog. Heute könne man die Kinder an einer Hand abzählen. Mit den Bewohnern werden auch die Wohnungen älter. Diese entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen – alle Räume, auch die Nasszellen, sind klein. Dazu gibt es nur wenige Steckdosen.

Abreissen oder sanieren? Die Genossenschafter sprachen sich nur knapp für den Neubau aus. Skeptiker beklagen vor allem den Anstieg der Mieten. Diese werden zwar markant erhöht, sind aber immer noch vergleichsweise preiswert. Eine 4½-Zimmer Wohnung soll nicht mehr als 2000 Franken kosten.

Die Wohnblöcke werden etappenweise neu gebaut. Im März 2018 wird mit dem westlichsten Block gestartet. Wann die anderen drei Blöcke an der Reihe sind, steht noch nicht fest. Für die Mieter aus dem zuerst betroffenen Wohnhaus wurde bereits eine Lösung gefunden.
Das Neubauprojekt haben die renommierten Aarauer Architekten Schneider & Schneider entworfen. Das Baugesuch liegt momentan auf. Ein spezielles optisches Merkmal des Neubaus sind die Laubengänge. Die äusseren Wohnungen bekommen so je zwei Balkone. Anders als heute wird es in jedem Gebäude einen Lift haben.

Keine goldenen Wasserhähne

Neu haben die Wohnblöcke vier statt drei Etagen. Pro Gebäude sind 15 Wohnungen geplant. Unter dem Areal entsteht eine Tiefgarage mit 64 Plätzen. «Früher hatte nur der Telefönler ein Auto», sagt Fanny Hodler-Lanz, die Ehefrau von Hans Ueli, «heute benötigt man pro Wohnung einen Parkplatz».

Die Siedlung wird an das Festwärmenetz der IBAarau angeschlossen. In jedem Block gibt es einen Gemeinschaftsraum. Die neuen Wohnungen sind modern, aber nicht luxuriös ausgestattet. «Es wird keine goldenen Wasserhähne geben», versichert Vorstandsmitglied Nadine van Reeuwijk. So bekommt auch nicht jede Wohnung eine eigene Waschmaschine.

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