Kardiovaskuläre Rehabilitation, kurz Reha nach behandelter Herzerkrankung, ist ein Spezialgebiet der Klinik Barmelweid. Von Zeit zu Zeit lädt sie ehemalige Klientinnen und Klienten zu einem Auffrischungstag. Auffrischung? Jean-Paul Schmid, Chefarzt Kardiologie: «Wir laden jene ein, bei denen es Sinn macht und die ausreichend belastbar sind.» Denn es geht auf eine kleine Wanderung in zwei Stärkeklassen.

Dabei sind Ärztinnen und Ärzte, aber auch Fachpersonal der Physiotherapie. Jean-Paul Schmid: «Wichtig ist der Austausch, die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die einem durch den Kopf gehen.» Ein gutes Format, findet er, zumal sich da auch Leute treffen, die einander bereits kennen. Und aufgefrischt wird Wissen, das sich im Verhalten niederschlagen soll, wenn es nachhaltig sein will. Die Themen: Ernährung, Bewegung, Medikamente. Die rund 50 Personen wandern oder spazieren zur Hardscheune, wo die Klinik Kaffee und Kuchen offeriert.

Es wird viel gelacht

Im gemütlichen Rahmen zusammensitzen und diskutieren, Erinnerungen und Erfahrungen austauschen. Der Anlass zeigt, dass man nicht der Einzige ist, der sich einer «Herzrevision» unterzogen, oder, wie es Hugo Trottmann (65) aus Birmenstorf formuliert, den «65000er-Service» gemacht hat.

Es wird viel gelacht. Christa Sprecher aus Aesch BL kommen die Alpakas auf der Barmelweid in den Sinn: «Ein wunderschöner Ort.» In einem kurzen Vortrag macht Jean-Paul Schmid einen Exkurs in die neusten Forschungsergebnisse, was gesunde Ernährung betrifft. Stichworte dazu: einfach, abwechslungsreich, langsam und in Gemeinschaft essen, Gemüse und Früchte nicht vergessen, pflanzliche Fette statt fettarme Produkte, Vollkorn sättig länger. Alkohol? Ein umstrittenes Thema. Das Glas Rotwein pro Tag gönnt er allen, wie überhaupt er dem vernünftigen Genuss das Wort redet. Dazu sollte man sich regelmässig bewegen: fünf Mal 30 Minuten pro Woche, plus zwei Mal Krafttraining.

Die Diskussion zeigt dem medizinischen Personal, wo der Schuh drückt, und die Herzpatienten kommen zu einer öffentlichen Sprechstunde unter ähnlich Betroffenen, von Narben-Entstörung bis zum Sinn einer Grippe-Impfung.