Stolz tragen zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe «Treffpunkt Generationen» ein selbst gebautes Holzhaus mit der Überschrift «Aarauer Generationenhaus» vor das Rathaus. Die Holzbretter haben sie rot angemalt und auf der Dachspitze grüsst der Aarauer Stadtadler. Knapp zwanzig Teilnehmer sind anwesend. Alle schauen gespannt zu, als Christina Keinath vom Elternverein Aarau die Bürgermotion an Einwohnerratspräsidentin Danièle Zatti Kuhn und Vize-Präsidentin Lelia Hunziker übergibt.

Die Arbeitsgruppe aus Elternverein, Ludothek und dem Forum der Älteren in Aarau (Forära) fordert in der Motion ein «Aarauer Generationenhaus als Zentrum für Begegnung, Beratung und Begleitung». Die Wege von Alt und Jung müssten sich kreuzen, damit Kontakte entstehen, sagt Ruth Grathwohl von Forära. «Es gibt genug Fachstellen, Vereine und Gruppen für Jung und Alt in Aarau, doch diese sind in der ganzen Stadt verstreut.» Ein Generationenhaus könnte die verschiedenen Institutionen unter ein Dach bringen.

Doch das ist noch nicht alles, was sich die Arbeitsgruppe im Generationenhaus wünscht: Jung und Alt könnten sich gegenseitig helfen, etwa in einem Computerkurs von Jugendlichen für Senioren. Im Generationenhaus könnten auch generationenverbindende Anlässe stattfinden. «Gemeinsam Musizieren», nennt Grathwohl als Beispiel. Sylvia Lüthi von der Ludothek wünscht sich «ein bunter Spielnachmittag für Jung und Alt».

Und wo soll sich das Generationenhaus denn befinden? «Möglichst im Stadtzentrum», sagt Christina Keinath vom Elternverein. Es müsse kein neues Haus gebaut werden. In der Stadt gebe es schon Liegenschaften, die man dafür verwenden könnte. Zu viel möchte Keinath aber nicht verlangen: «Wir hoffen, dass die Stadt auf den Vorschlag eingeht. Dann werden wir sehen, was möglich ist.»

Stadtrat prüft Motion

Die Initianten sind aber guten Mutes, dass die Idee umgesetzt wird. Denn der gesellschaftliche Zusammenhalt ist auch im Interesse der Aargauer Regierung. Im Entwicklungsleitbild 2013-2022 schreibt der Regierungsrat: «Ein guter familiärer und generationenübergreifender Zusammenhalt ist eine wichtige Voraussetzung der Zukunft.» Und der Stadtrat schreibt in den Legislaturzielen 2010 bis 2013: «Generationenübergreifendes und bürgerschaftliches Engagement sollen gefördert werden.»

Auch die Einwohnerratspräsidentin machte den Initianten Mut: «Wir stehen am Anfang der Legislatur. Da stehen die Chancen besser als gegen Ende, dann werden solche Projekte eher gebremst.» Sie versprach den Teilnehmern, dass sie das Anliegen vorwärts bringen werde.

«In welchem Zeitrahmen ist ein solches Projekt möglich?», fragte eine Frau. Dazu konnte Zatti Kuhn keine Prognose machen. «Zuerst wird die Motion vom Stadtrat geprüft und bei einem positiven Entscheid dem Einwohnerrat übergeben», so die Präsidentin. Da fügte eine Frau hinzu: «Es wäre einfach toll, wenn das Projekt noch zu unseren Lebzeiten umgesetzt wird.»