Petitio

Gemüse gegen Weihnachten: In Aarau herrscht ein Markt-Zank

Die Initianten des Weihnachtsmarkt wollen den Platz des Wochenmarkts einnehmen. (Archivbild)

Die Initianten des Weihnachtsmarkt wollen den Platz des Wochenmarkts einnehmen. (Archivbild)

Mit einer Petition wehren sich in die Gemüsemarktfahrer gegen eine Ausdehnung des Weihnachtsmarkts. Sie fürchten, verdrängt zu werden.

Vom 27. November bis am 13. Dezember soll in Aarau zum vierten Mal ein Weihnachtsmarkt stattfinden. Am Graben und beim Holzmarkt; dort, wo auch der Aarauer Wochenmarkt ist (man nennt ihn auch Gemüsemarkt). Bisher ging das aneinander vorbei: Die Gemüsemarktfahrer waren am Morgen da, die Weihnachtsmarktfahrer am Nachmittag; es gab genügend Platz für alle Stände, weil der Weihnachtsmarkt den Graben nur halbseitig nutzte.

Marktfahrer wehren sich mit einer Petition

Aber jetzt sind die Wochenmarktfahrer alarmiert – denn die Organisatoren des Weihnachtsmarkts wollen den Graben neu beidseitig nutzen. «Dann haben wir aber keinen Platz und müssten an einen weniger frequentierten Platz ausweichen», befürchtet Jeremias Niggli. Er ist im Vorstand der Vereinigung der 53 Marktfahrer, die an jedem Wochenende bei Wind und Wetter in Aarau den Gemüsemarkt bestreiten. Gemeinsam haben sie nun auf www.petitio.ch eine Petition lanciert: Sie fordern vom Stadtrat respektive der Bewilligungsbehörde, dass der Weihnachtsmarkt nicht zu Ungunsten des Wochenmarkts aufgeweitet wird.

«Der Dezember ist für uns ein umsatzstarker Monat, und dieses Jahr ist der Druck wegen der coronabedingten Umsatzeinbussen besonders gross. Wir finden es unfair, wenn ein seit vielen Jahren etablierter und beliebter Wochenmarkt, der auch für die Bevölkerung ein wichtiger Treffpunkt ist, nun auch noch aufgrund des Weihnachtsmarkts eingeschränkt würde», sagt Niggli. Er betont: «Wir haben absolut nichts gegen den Weihnachtsmarkt. Unsere Forderung ist, dass der Aarauer Stadtrat eine Koexistenz der beiden Märkte anstrebt.»

Der Weihnachtsmarkt wird vom Ehepaar Langone aus Sarmenstorf organisiert. Sie wollen ihn mit der Ausdehnung auf beide Seiten des Grabens «verschönern und vergrössern», sagt Vreni Langone. Konkret sollen statt der bisher rund 20 neu 30 Häuschen aufgestellt werden. Wenn die Nachfrage der Aussteller gross genug sei, so sagt Langone, wäre auch eine Ausweitung in den Kasinopark (bei der Stadtbibliothek) denkbar. «Aus unserer Sicht dürfte es für die etablierten Anbieter des Gemüsemarkts kein Problem sein, für die wenigen Samstage hundert Meter weiter Richtung Schlossplatz zu rutschen, dort findet man sie problemlos.» Der relativ neue Weihnachtsmarkt hingegen sei auf zufällige Laufkundschaft angewiesen, deshalb wollen Langones den diesbezüglich besser gelegenen Teil des Grabens in Anspruch nehmen.

«Die Zusage der Stadt haben wir», sagt Vreni Langone. Bei der Stadtpolizei bestätigt man auf Anfrage, dass das entsprechende Gesuch zwar eingegangen, eine formelle Bewilligung zur Durchführung des Weihnachtsmarkts 2020 aber noch nicht erteilt worden sei.

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