Über 120 Oberentfelder haben die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde in den letzten Monaten nach ihren Sorgen und Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen gefragt. Die Erkenntnis? Pfarrer Andreas Wahlen überlegt kurz. «Das Dorf ist eine typische Vorortsgemeinde, die mit den entsprechenden Problemen kämpft.» Es fehle an einem richtigen Kern, die Schienen trennen das Dorf in zwei Hälften, es mangelt an Zusammenhalt, an Dorfstolz.

«Suchet der Stadt Bestes»

Doch der Reihe nach: Die Idee für die Umfrage entstand vor zwei Jahren an einer Retraite der Kirchenpflege, an der an der Vision für die Kirchgemeinde gefeilt wurde. «Wir haben eine sehr lebendige Gemeinde», sagt Wahlen. «Ein Manko haben wir aber bei der Diakonie, dem Dienen geortet. Beim für andere da sein, in diesem Sinn für die Dorfbevölkerung.» Also beschloss die Kirchenpflege, ein Entdecker-Team zu bilden und den Oberentfeldern den Puls zu messen, um am richtigen Ort «dienen» zu können. Zum Motto nahmen sie sich Jeremia 29, Vers 7: «Suchet der Stadt Bestes».

Erst wurde der Fragebogen an Amtsträger und Gewerbetreibende verschickt. «Wir wollten von ihnen wissen, was sie für eine Vision von der Gemeinde haben, wo sie Handlungsbedarf sehen», sagt Wahlen. Zurück kamen rund 40 Fragebögen. Die Entdecker wollten mehr Antworten und verschickten Fragebogen an Bewohner zwischen 55 und 65 Jahren. Weil der Rücklauf sehr dürftig war, gingen die Entdecker auf die Strasse, fragen Leute aller Altersgruppen mitten im Dorf und mit einer publikumswirksamen Grill-Aktion direkt in den Quartieren, wo der Schuh drückt und wovon sie träumen. Schlussendlich kamen rund 120 Fragebogen zusammen. «Ein einigermassen repräsentatives Ergebnis», sagt Wahlen.

Hoffentlich kein Schnellschuss

Jetzt sind die Antworten ausgewertet – die Katze aus dem Sack lassen will Wahlen aber noch nicht. Am Mittwoch, 30. Oktober, werden die Resultate im reformierten Kirchgemeindehaus der Bevölkerung präsentiert. Nur so viel: Die meisten Oberentfelder beschäftigt nicht etwa Verkehr, Sicherheit oder Littering, sondern die Mängel in der Infrastruktur und der Gemeinschaft.

Mit der Präsentation der Ergebnisse soll die Sache nicht erledigt sein. «Wir wollen gleich nach der Bekanntgabe der Resultate mitsamt den Oberentfeldern Ideen entwickeln, wie wir die Probleme anpacken und Vorschläge umsetzen können», sagt Wahlen. Und dann? «Dann wollen wir das Gespräch mit der politischen Gemeinde suchen.» Der Gemeinderat sei denn auch gespannt auf die Resultate. Und auch wenn die Gemeinde finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, so hofft Wahlen doch, dass die Aktion kein Schnellschuss ist: «Wir hoffen, damit einen Teil dazu beizutragen, dass es den Oberentfeldern langfristig besser gefällt im Dorf und sie sich hier wohlfühlen.»

Öffentliche Umfrage-Präsentation am Mittwoch, 30. Oktober, 19.30 Uhr, im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses in Oberentfelden