Wahlen
Gemeinderäte, Schulpfleger, Kommissionsmitglieder und Laienrichter: Die Stimmenzähler haben viel zu tun

Am Sonntag wird in der Region gewählt – eine Übersicht.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen

Keystone

Hüben hat es zu viele Kandidaten, drüben zu wenige: Beim Urnengang am kommenden Sonntag können höchstwahrscheinlich nicht alle freien Behördensitze in der Region besetzt werden. Immerhin haben die Stimmbürger in den meisten Orten eine Auswahl.

In den Bezirken Kulm und Zofingen müssen neue Laienrichter gewählt werden. Drei Kandidaturen gibt es in Zofingen: Barbara Stocker Kalberer (52, SP) aus Strengelbach, Thomas Meier (55, GLP) aus Safenwil und Marcel Lerch (50, CVP), ebenfalls aus Strengelbach. Zu ersetzen ist der altershalber zurücktretende Sozialdemokrat Erich Schnyder; die CVP und die Grünliberalen versuchen also, der SP den Sitz abzuluchsen. Im ersten Wahlgang traten nur Stocker und Meier an, beide verpassten das Absolute Mehr. Danach schaltete sich die CVP überraschend in den Wahlkampf ein und begründete dies damit, dass anscheinend die anderen beiden Kandidaturen das Stimmvolk nicht restlos überzeugt hätten.

Im Bezirk Kulm ist die SP nicht die Gejagte, sondern die Jägerin: Die FDP will ihren Laienrichter-Sitz des zurückgetretenen Daniel Lüscher mit Samuel Spirgi (62, Leutwil) verteidigen, die SP hat Patrick Hüsser (34, Oberkulm) portiert.

Drei Bewerber für Sitz im Kreisschulrat Aarau-Buchs

In Buchs findet der zweite Wahlgang für die Kreisschulrats-Ersatzwahl (Rücktritt: Nina Wüthrich, SP) statt. Beim ersten Wahlgang verpasste SP-Kandidatin Chrisoula Giata knapp das absolute Mehr. Sie tritt nochmals an; ebenso SVP-Kandidatin und Einwohnerrätin Jasmin Maron-Blaser. Für den zweiten Wahlgang hat sich ausserdem Einwohnerrat Reto Bianchi (GLP) angemeldet.

Eine halboffizielle Kandidatur für den freien Sitz im Gemeinderat (Rücktritt: Martina Bolliger) gibt es in Kirchleerau: Daniel Wyss (40) hat sich zwar nicht innert Frist bei der Gemeinde angemeldet und ist deshalb in den Unterlagen nicht aufgeführt, kandidiert aber trotzdem und macht mittels Flyer auf sich aufmerksam. Im ersten Wahlgang können auch nichtangemeldete Personen gewählt werden. Wyss ist parteilos.

Ein Kandidatinnenfeld, von dem andere Gemeinden in Zeiten der sinkenden Popularität von Milizämtern nur träumen können, präsentiert sich in Seon. Im zweiten Wahlgang treten die drei Anwärterinnen aus dem ersten Wahlgang wieder an, um einen Sitz im Gemeinderat zu erobern: Anne-Marie Kneller-Hauswirth (47, CVP), Christine Iten (27, FDP) und Marianne Bitterli-Rupp (63, SVP). Zu ersetzen ist die zurückgetretene Frau Vizeammann, Andrea Hollinger (parteilos). Das Vize-Amt wurde im November schon an Erich Lüdi (FDP) vergeben.

Erneut Kopf-an-Kopf-Rennen in Fahrwangen?

In Fahrwangen hat sich der zweite Wahlgang für den Gemeinderat erübrigt, weil sich von den drei Kandidaten aus dem ersten Wahlgang nur noch André Lauper (49, parteilos) für den zweiten Wahlgang angemeldet hat. Er wurde inzwischen in stiller Wahl gewählt. An der Urne geklärt werden muss hingegen, wer den freien Sitz in der Schulpflege übernimmt: Mario Stirnimann (44) und Marc Theo von Moos (49), beide parteilos, lagen im ersten Wahlgang nur eine Stimme auseinander und treten im zweiten Wahlgang nochmals an.

Überraschend umkämpfter Finanzkommissions-Sitz

Eher unüblich ist eine Kampfwahl um Finanzkommissions-Sitze. In Unterentfelden wollen aber sowohl Martin Lötscher (48, SVP) als auch Sara Schibli (35, CVP) den Sitz von Martin Löffel erobern, der aufgrund seiner Wahl in den Gemeinderat aus der «Fiko» zurücktreten musste.

Im Kontrast dazu steht Dürrenäsch, wo keine Kandidatur für den freien Sitz in der Finanzkommission auszumachen ist. An die Urne müssen die Stimmbürger trotzdem, gewählt werden kann jeder Stimmberechtigte. In kleinen Gemeinden ist es da durchaus schon vorgekommen, dass Leute das absolute Mehr erreichen, die gar nicht kandidiert haben.

Auch in Teufenthal fehlt ein Kandidat. Nach der Demission von Ammann Urs Lehner (SVP) und Vizeammann Thomas Plüss (parteilos) sind zwei Gemeinderatssitze frei, nur ein Anwärter hat sich gemeldet: Patrick Schmid, 37 Jahre alt und parteilos, bewirbt sich nicht nur als Gemeinderat, sondern auch gleich als Vizeammann (wo er aber mit dem bisherigen Peter Weber – 66, parteilos/SVP – starke Konkurrenz hat). Ammann werden will der bisherige Niklaus Boss (56, parteilos). Auch hier gilt: Gewählt werden kann im ersten Wahlgang jeder Stimmbürger.