Seit dem 1. November ist in Oberentfelden das Parkierungsreglement in Kraft. Zentraler Punkt: Wer sein Fahrzeug zwischen Mitternacht und sieben Uhr früh länger als drei Stunden auf öffentlichem Grund abstellen will, muss eine Parkkarte erwerben. Diese und – in jedem Fall – auch eine offizielle Parkscheibe müssen gut sichtbar im Fahrzeug hinterlegt werden. Vier Tage nach Inkrafttreten des neuen Regimes wollte der Gemeinderat wissen, wie weit dies funktioniert.

Am Montag, 5. November, um 5 Uhr früh ging der Gemeinderat deshalb in corpore in verschiedenen Dorfteilen auf Kontrolltour. Wie einer Medienmitteilung der Gemeindekanzlei zu entnehmen ist, wurde während des Kontrollgangs «bei mehr als 80 Fahrzeugen mittels Flugblatt darauf hingewiesen, dass zusätzlich zur offiziellen Parkscheibe ab sofort eine Parkkarte im Fahrzeug hinterlegt werden muss». Jedenfalls dann, wenn dieses «zwischen 00.00 und 07.00 Uhr länger als drei Stunden auf öffentlichem und frei zugänglichem Grund stehen gelassen werden soll». Sprich: Auf seinem Morgenspaziergang stiess der komplette fünfköpfige Gemeinderat auf über 80 Fahrzeuge, die eine Parkkarte gebraucht hätten, aber nicht über eine solche verfügten.

Signal: «Es wird kontrolliert»

In aller Herrgottsfrühe unterwegs waren die Behördenmitglieder, wie Gemeindeschreiber Dario Steinmann auf Anfrage erklärt, erstens, um sich selber ein Bild von der Parkierungssituation im Dorf zu machen. Und zweitens auch, um – mithilfe des publizierten Befundes – «zu signalisieren, dass kontrolliert wird». Die Nacht-und-Nebel-Aktion habe denn auch sofort Wirkung gezeigt. «Nach der Kontrolle», so Steinmann, «merkten wir das bei den Einwohnerdiensten: Es kamen mehrere Personen vorbei, die an ihrem Fahrzeug ein Flugblatt gefunden hatten und sagten, sie bräuchten eine Parkkarte.»

Dass nur vier Tage nach Inkrafttreten des Parkkartenobligatoriums noch nicht alle potenziellen «Laternenparkierer» mit einem käuflich erworbenen Permis ausgestattet waren, kann nicht erstaunen. Das räumt auch Gemeindeschreiber Steinmann ein. Und: Es habe zudem noch ein Wochenende dazwischen gelegen. Bis gestern Mittwochmorgen wurden nun nach Steinmanns Angaben 18 Parkkarten abgesetzt, «querbeet: Jahreskarten, Monatskarten». Einzelne Bezüger hätten sich für mehrere Monate ausgerüstet.

Kein reissender Absatz bis jetzt

Angesichts dieser Zahlen lässt sich kaum behaupten, die Karten hätten bisher reissenden Absatz gefunden. Von den gut 80 «Trouvaillen» des Gemeinderates verfügen immer noch mehr als 60 nicht über eine Parkkarte. Ihre Halter laufen, wenn sie ihre Praxis nicht ändern, Gefahr, bei der nächsten Kontrolle gebüsst zu werden. In der Mitteilung der Gemeindekanzlei wird darum nochmals betont, «dass im Fahrzeug Parkkarte und offizielle Parkscheibe gut sichtbar hinterlegt werden müssen. Fehlt auch nur eines dieser beiden Elemente, wird ab sofort eine Busse fällig.» Zusätzlich wird laut Reglement auch der Erwerb einer Monatskarte fällig. Eine Monatsparkkarte für einen Personenwagen kostet 50 Franken, eine Jahreskarte 500 Franken.

Das nun geltende Parkierungsreglement hat die Sommergmeind 2018 so verabschiedet – in einer milderen Form als vom Gemeinderat vorgeschlagen. Dieser hatte das Parkkartenregime schon ab 19 Uhr anwenden wollen. Die Gmeind folgte aber einem aus Vereinskreisen eingebrachten Änderungsantrag, mit dem das Parkkartenregime – auch mit Rücksicht auf auswärtige Besucher – auf die sieben Stunden nach Mitternacht beschränkt wurde.