Suhr
Gemeinderat plant Tempo 30 auf der Ringstrasse

Zu laut ist es in Suhr nur entlang der Gemeindestrasse nach Entfelden – die Lösung: eine Temporeduktion. Teure Lärmschutzwände will der Gemeinderat nicht aufstellen.

Sabine Kuster
Merken
Drucken
Teilen

az/mms

Die Lärmschutzverordnung des Bundes besteht seit 1985 – im Jahr 2018 läuft nun die Sanierungsfrist ab. Viel Zeit zum Handeln bleibt Suhr also nicht mehr. Der Gemeinderat packt das Geschäft jetzt an: An Strassen, an denen die Lärmbelastung über dem Grenzwert liegt, müssen Massnahmen ergriffen werden.

In Suhr will man es ohne teure Lärmschutzwände versuchen. Dies teilte der Gemeinderat diese Woche am Informationsforum mit und stellte den Interessierten den Lösungsvorschlag vor, gleichzeitig die günstigste Variante: eine Temporeduktion. Denn je schneller ein Auto fährt, desto mehr Geräusche verursachen Motor und Pneus.

Nur in einem Gebiet zu viel Lärm

Zehn Strassenabschnitte hat Suhr untersuchen lassen, darunter die Alte Gasse und den Mattenweg, doch nur eine Strecke erfordert Massnahmen: die Gemeindestrasse nach Oberentfelden. Diese heisst zuerst Ringstrasse, dann Obertelweg und kurz vor der Gemeindegrenze Wältimattweg. An der Ringstrasse und dem Wältimattweg sind insgesamt 13 Liegenschaften mit total 123 Personen von zu viel Lärm betroffen, die meisten davon wohnen im Frohdörfli.

Der Suhrer Gemeinderat will dort nicht nur aus Kostengründen keine Lärmschutzwände aufstellen, sondern auch, weil solche die Liegenschaften abdunkeln würden. Erschlägt deshalb vor, das Tempo dort auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Dies auch, um den Schulweg Gränichen–Suhr sicherer zu machen.

Nachfolgend liegt das Stück Obertelweg mit einem Tempolimit von heute 80 km/h. «Es wäre eine vernünftige Lösung», sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi, «wenn das Tempo dort auf 50 km/h reduziert würde.» Denn sonst sei die Tempodifferenz zu 30 km/h zu gross. Die Projektierungskosten belaufen sich auf 26000 Franken, die Änderung der Tempolimits auf 2000 Franken.

Wird neuer Radweg überflüssig?

Würde mit der Temporeduktion der neue Radweg überflüssig? Dieser soll die Velofahrer von der stark befahrenen Strasse wegbringen. Er ist bewilligt und die Finanzierung garantiert, eine Einsprache ist noch hängig. «Der Radweg wird nicht überflüssig, sondern ergänzt unsere Verkehrsstrategie», sagt Rüetschi. «Dieses sinnvolle kantonale Projekt wollen wir auf keinen Fall gefährden.»