Suhr

Gemeindepräsident sieht «Bahnhof Nord» als Chance

Die Verlegung der Bahn brachte der Gemeinde neue Entwicklungsmöglichkeiten: Gemeindepräsident Beat Rüetschi erklärt die Pläne. Kel

Die Verlegung der Bahn brachte der Gemeinde neue Entwicklungsmöglichkeiten: Gemeindepräsident Beat Rüetschi erklärt die Pläne. Kel

Das Dossier «Bahnhof Nord» lag neun Jahre auf dem Schreibtisch des Suhrer Gemeindepräsidenten Beat Rüetschi. Er sieht es als Chance für das Dorf, um wieder zusammenzuwachsen. Im Interview spricht er über die Zukunftsperspektiven.

Der Bauzonenplan wurde angepasst, das Gebiet «Bahnhof Nord» aus der Gewerbezone herausgenommen und der Kernzone zugeteilt, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit wurden gründlich abgeklärt. Nach der öffentlichen Auflage hat der Gemeinderat nun das Planwerk genehmigt.

Herr Rüetschi, im Gebiet Bahnhof Nord sind gegen 150 Wohnungen geplant. Was bedeutet dieses Projekt für die Entwicklung Ihrer Gemeinde?

Beat Rüetschi: In einer früheren Gewerbezone entstehen Wohnungen und Dienstleistungen, der Gestaltungsplan «Bahnhof Nord» ist auch das Musterbeispiel dafür, wie wir nach innen wachsen können. Suhr hat weitere solche Entwicklungsgebiete.

Welche Entwicklungsgebiete meinen Sie?

Es sind dies nebst dem Bahnhof Nord fünf weitere erneuerbare Areale mit einer Fläche von insgesamt rund 100000 Quadratmetern. Für das Huggler-Areal, auf dem die Residenz Mühlepark realisiert wird, ist das Mitwirkungsverfahren abgeschlossen, beim Projekt Suhrepark auf dem Land der ehemaligen Textildruckerei, läuft es noch. Die anderen sind das Gebiet Bahnhof Süd, das Kähr-Areal und der genehmigte Gestaltungsplan Niedermatt.

Sie sprechen von 100000 Quadratmetern, die in den nächsten Jahren überbaut werden. Um wie viele Einwohner wird Suhr wachsen?

Die erwähnten Gebiete können 2000 neue Suhrerinnen und Suhrer aufnehmen. Die Gemeinde wird also auf 12000 Einwohner wachsen.

Ist ihre Gemeinde auch bereit dazu? Macht die Bevölkerung mit?

Es braucht dazu eine breite demokratische Mitwirkung, sonst werden wir an den Gemeindeversammlungen scheitern. Mit dem Entwicklungsleitbild haben wir diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht. Die Anliegen der Bevölkerung und der Parteien wollen wir frühzeitig erkennen und aufnehmen. Dazu dient auch das Info-Forum am Montag, 27. August.

Das angesprochene Entwicklungsleitbild weist den Weg: Suhr will ein Dorf bleiben…

… eine Gemeinde, die selbstständig bleibt und mit der Stadt und den Nachbargemeinden gut zusammenarbeitet. Doch die Bevölkerungsentwicklung, wie sie für den Kanton vorausgesagt wird, geht nicht an Suhr vorbei. Wir wachsen nicht auf der grünen Wiese, sondern nach innen, ohne dass die Freiräume und die Lebensqualität der Menschen vernachlässigt werden.

Die neuen Wohngebiete bringen mehr Verkehr, sie ziehen womöglich neue Dienstleistungsbetriebe an. Infrastrukturanlagen müssen ausgebaut werden.

Es kann kein Gebiet besser mit dem öffentlichen Verkehr versorgt sein als das Gebiet Bahnhof Nord. Nicht nur die Bewohner, sondern auch die Dienstleistungsbetriebe, die wir hier ansiedeln wollen, sollen den öV nutzen können.

Nicht nur Wohngebiete müssen neu entwickelt werden, auch die Strassenräume.

Ausgelöst hat die ganze Entwicklung die Verlegung der WSB-Gleise. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass die Querbeziehungen für die Fussgänger und Radfahrer verbessert werden. Vorher war das Dorf durch Bahn und Kantonsstrasse gevierteilt. Jetzt wächst es wieder zusammen.

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