Aarau
Gemeinden wollen für Keba-Sanierung nicht zahlen

Nur 7 von 20 Gemeinden erfüllen den Wunsch der Stadt nach Geld für die Kunsteisbahn. 1,7 Millionen Franken fehlen noch immer für die Sanierung. Doch Aarau saniert die Keba so oder so.

Sabine Kuster
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Vor mehr als 35 Jahren wurde die Keba Aarau das letzte Mal erneuert. ju

Vor mehr als 35 Jahren wurde die Keba Aarau das letzte Mal erneuert. ju

Fakt ist: Die Kunsteisbahn Aarau (Keba) muss saniert werden, und dies kostet 17 Millionen Franken. Unklar ist aber offenbar, für wen die Keba saniert werden soll. «Für uns nicht», lautet die indirekte Botschaft von vier der fünf Solothurner Gemeinden des Planungsverbandes Region Aarau (PRA).

Sie wollen nichts bezahlen. Selbst Kölliken will für die Keba keinen Rappen lockermachen. «Wir befinden uns am Rand des PRA», sagt Gemeindeschreiber Felix Fischer. «Kölliker laufen in der Keba wohl ab und zu Schlittschuh, aber ein symbolischer Betrag hätte die Sache auch nicht besser gemacht.» Ausserdem seien die Gemeinden nicht zur Mitbestimmung eingeladen gewesen.

Bloss 1 Prozent des geforderten Betrags

Lediglich ein Trinkgeld wert ist das Eisfeld der Gemeinde Holziken, die 2000 statt der von Aarau gewünschten 70000 Franken in den Topf einbezahlt. Auch Hunzenschwil, näher bei Aarau gelegen, spendet statt 180000 bloss 2000 Franken. «Wir setzen eigentlich schon auf die Solidarität», sagt Gemeindeammann Silvana Richner, «aber die Verteilung müsste fairer sein.» Als Doppelmitglied im Regionalplanungsverband Lenzburg fühlt sich die Gemeinde von der erbetenen Solidarität wenig betroffen.

Richner fordert eine Kostenverteilung nach konkreten Besucherzahlen. Bisher stützte sich die Stadt auf Schätzungen, was die Herkunft der Besucher betrifft. Aarau, Buchs und Suhr bezahlen demgemäss 160 statt 60 Franken pro Kopf. Wird die Herkunft der Besucher nun erhoben, um dadurch die Gemeinden stärker in Pflicht nehmen zu können? «Das könnte man sich überlegen», sagt Carlo Mettauer dazu.

Spenden je nach Gutdünken

So fliesst das Geld vorerst je nach Spendierlaune. Hirschthal, neben dem etwa gleich grossen Holziken gelegen, will immerhin 20000 Franken nach Aarau schicken – zehnmal mehr als Holziken. Doch Aarau hatte um 90000 Franken gebeten. «Die Keba ist eine gute Sache», sagt Gemeindeammann Peter Stadler, «aber 60 Franken pro Einwohner ist einfach nicht gerechtfertigt.» Er fordert eine Abstufung des Betrages nach der Entfernung zu Aarau.

Ober- und Unterentfelden haben entschieden, nur die Hälfte des geforderten Betrages zu bezahlen, mit dem Argument, dass sie über das einzige Hallenbad in der Region verfügten, das immer für die Öffentlichkeit zugänglich sei. Gränichen plant, ebenfalls die Hälfte zu bezahlen, dies wegen der «angespannten Finanzlage mit einem Steuerfuss von 114%», wie Gemeindeschreiber Hanspeter Suter sagt. Die Keba sei aber «unbestritten eine Anlage für die Region».

Nur 7 von 20 Gemeinden erfüllen Aarau den Kreditwunsch. 1,7 Millionen Franken fehlen. Noch im Dezember hatte Aarau die Gemeinden des PRA deswegen noch einmal «eindringlich ersucht», sich «vollumfänglich» an den Kosten zu beteiligen. Der Stadtrat schrieb: «Aufgrund dieser Situation muss leider ein Schiffbruch des Vorhabens und das baldige ‹Aus› für die Keba befürchtet werden.» So düster sieht Vize-Stadtammann Carlo Mettauer die Situation nicht mehr: Aarau saniert die Keba so oder so, denn sonst müsste die Anlage geschlossen werden.