Aarau

Gemeinden profitieren von Naturschutz

Gemeinden sollen bei kantonalen Projekten wie beim renaturierten Zusammenfluss von Wyna und Suhre (Bild) ihre Ideen einbringen.sim/Archiv

Gemeinden sollen bei kantonalen Projekten wie beim renaturierten Zusammenfluss von Wyna und Suhre (Bild) ihre Ideen einbringen.sim/Archiv

Behörden haben erkannt, dass der Naturschutz unentbehrlich ist für die Lebensqualität und Attraktivität einer Gemeinde. Entsprechend viele Gemeindevertreter haben einen Kurs über die wirkungsvolle Organisation des Naturschutzes im Naturama besucht.

Suhr ist in Sachen Naturschutz und Landschaftsaufwertung ein positives Beispiel, das es zu folgen gilt. Knapp die Hälfte des 1000 Hektaren grossen Gemeindegebiets ist von Wald bedeckt, der Rest ist etwa gleichmässig geteilt in Acker- und Bauland. Verschiedene Naturschutzmassnahmen seien in den letzten Jahren in der Gemeinde vollzogen worden, erklärte der Suhrer Gemeinderat und Präsident der Baukommission Jürg Hertig in seinem Vortrag. Man kann die Massnahmen grob in drei Bereiche unterteilen: Renaturierung von Bächen, naturnahe Gestaltung von Gemeindeflächen und ökologischer Ausgleich bei Baulanderschliessungen.

Ein Beispiel für eine gelungene Bach-Renaturierung findet man beim Suhrer Talbach. Dieser floss früher geradlinig zwischen Suhre und Bernstrasse. Heute mäandriert er, seine Ufer sind bepflanzt und neben dem verschönerten Landschaftsbild ist der Talbach ein Lebensraum für Tiere. Bei den neu erschaffenen Bauparzellen beim Lättweg soll demnächst auch ein kanalisierter Bach wieder an die Oberfläche gebracht werden.

Zuzüger schätzen Natur hoch ein

Bepflanze Bachufer schützen vor Hochwasser. Als vor rund zwei Jahren der Zusammenfluss von Wyna und Suhre durch den Kanton neu gestaltet wurde, bemühten sich die Suhrer, beim Kanton ihre Ideen für die Gestaltung des neuen Auengebiets einzubringen. In der Nähe wurden kürzlich zwei weitere Projekte realisiert: Am Badiweg verschönern neu gepflanzte Eichen und Blumen das Landschaftsbild und in der kleinen Fläche zwischen Badi und der neuen Bahnbrücke wurde ein Tümpel geschaffen.

Von solchen Renaturierungen profitiert das Bild der Gemeinde. «Bei Umfragen unter Neuzuzügern werden viel eher Naturschutzgebiete als Entschliessungsgrund für die Gemeinde genannt als etwa der tiefe Steuersatz», sagt Gemeinderat Jürg Hertig.

Gemäss Thomas Baumann, Kursleiter im Naturama, scheitern Naturschutzprojekte nicht an der Finanzierung, sondern an der mangelnden Organisation. In Suhr wurde bei der Restrukturierung des Natur- und Landschaftsschutzes geschaut, dass es unter den verantwortlichen Stellen keine Doppelspurigkeiten gebe. Deshalb wird die gesetzlich verlangte Landwirtschaftskommission vom lokalen Natur- und Vogelschutzverein, der vom Gemeinderat einen Leistungsauftrag für die Naturförderung bekommen hat, ergänzt.

Den Naturschutz optimieren

Hertig nannte vier weitere Werkzeuge, mit denen der Gemeinderat den Naturschutz optimieren kann: Ein Legistaturprogramm mit Fokus auf den Naturschutz stellen, ein aktuelles Inventar der Naturflächen führen, bei privaten Bauprojekten Massnahmen für den ökologischen Ausgleich verlangen und die Verpachtung von Landwirtschaftsland an Naturschutzauflagen koppeln. Zudem sollen sich die Gemeinden beteiligen an den Landschaftsentwicklungsprogrammen von Kanton und Bund. «Für die tiefen Beträge, die man dafür zahlt, erhält die Gemeinde sehr viel», sagt Jürg Hertig.

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