Gränichen
Gemeindeammann Stirnemann: «Wir hatten einen richtigen Hype» – mysteriöser Monolith schon wieder weg

Ein weltweites Phänomen erscheint erstmals in der Schweiz, doch nur einen Tag später ist es auch schon wieder verschwunden. Wer hinter der Aktion steckt, ist nicht bekannt.

Urs Helbling, Alessandro Crippa
Merken
Drucken
Teilen

Das Schloss Liebegg zwischen Gränichen und Teufenthal befindet sich im Moment in so etwas wie einem Winterschlaf: Am Freitag findet zwar noch eine Ziviltrauung (in kleinstem Kreis) und am Montag eine Veranstaltung des Hexenmuseums statt, doch ansonsten ist Schlosswart Samuel Widmer (60) allein. Es sei denn, Arbeiter sind da.

Der Monolith stand am Morgen einfach da

Doch dann passierte am Mittwochmorgen das: Auf seinem Rundgang entdeckte Widmer überraschend einen Monolithen, eine spiegelnde Metallskulptur, einen Hohlkörper. Wie ist das Stück dorthin gekommen? Im frisch gefallenen Schnee waren keinerlei Spuren zu entdecken. Fest steht: Der Monolith ist fast drei Meter hoch. Und klar ist: Am Dienstagabend war er noch nicht da.

Der Monolith beim Schloss Liebegg ist schon wieder weg.

Der Monolith beim Schloss Liebegg ist schon wieder weg.

Zur Verfügung gestellt

Einfach ein Lausbubenstreich, wie Gemeindeammann Peter Stirnemann dem «Blick» erklärte. Er sprach davon, der Monolith erinnere ihn an die Kornkreise, ein immer wiederkehrendes Phänomen im Sommer. Stirnemann nahm die Meldung des Schlosswarts aber so ernst, dass er gestern Morgen sofort vor Ort ging. Dann schwärmte er im «Blick»: «Für uns ist das natürlich werbemässig gut. Schön, dass er bei uns steht.» Ein PR-Gag des Schlosses oder der Gemeinde? Sowohl Schlosswart Widmer als auch Gemeindeammann Stirnemann betonten gestern, sie hätten mit der Sache nichts zu tun.

Um die 50 Personen waren am Donnerstag da – vergebens

Kaum waren im Internet die ersten Berichte über den Liebegger Monolithen erschienen, pilgerten die ersten Gwundrigen auf den Schlosshügel hinauf. Von mehreren Dutzend Leuten war die Rede. Doch, wer am Donnerstagmorgen nach Gränichen fuhr, konnte das Phänomen nicht mehr begutachten. Der Monolith ist nicht mehr da. Das bestätigt Schlosswart Samuel Widmer auch gegenüber der AZ. Weiter sagt er, dass viele Leute gekommen seien, um sich den Monolith anzuschauen. «Es waren um die 50 Personen.»

Wer den Monolith hergebracht und nun wieder abtransportiert hat, weiss auch der Schlosswart nicht. Er sagt: «Wir haben keine Ahnung, wer das war. Es hat wegen all den Leuten auch viele Spuren hier.»

Wo alles begann

Wie begann alles? Der Monolith von Utah wurde offiziell am 18. November 2020 in der Wüste entdeckt. Er wurde eher zufällig beim Überfliegen eines besonders abgelegenen und unwegsamen Gebirges gefunden. Die Sache wurde noch rätselhafter, als die Stele wenige Tage später wieder verschwand. «Land Art? Oder doch ein intergalaktischer Gruss?», mutmasste etwa die «Süddeutsche Zeitung».

Klar ist, dass seither in verschiedensten Ländern Monolithe aufgetaucht sind. Am Mittwoch auch beim Schloss Liebegg. Das Geheimniss, wer den Monolith hingebracht hat, bleibt ungelöst. Publicity ist dem Schloss aber sicher.