Suhr

Gemeinde will von ihren Angestellten künftig Geld fürs Parkieren

Mit dem Parkplatzkonzept werden Gratisparkplätze abgeschafft.kel

Mit dem Parkplatzkonzept werden Gratisparkplätze abgeschafft.kel

Verwaltungsangestellte und Lehrer sollen ihr Auto in Suhr nicht mehr kostenlos abstellen können. Der Gemeinderat will so seine Arbeitnehmer dazu bringen, auf Velo und öV umzusteigen.

Der Zeitplan war ehrgeizig: Am Informationsforum Ende Oktober hiess es vonseiten des Gemeinderats, bis Ende Jahr wolle er ein Konzept für die Parkplatzsituation für Verwaltung und bei den Schulhäusern vorlegen. Der Plan war etwas zu ehrgeizig, wie Gemeindepräsident Beat Rüetschi heute sagt. Das Instrument ist zwar bestimmt, wichtige Details sind aber noch ungeklärt.

Nötig wird ein neues Parkkonzept, weil es in Suhr bei Schulhäusern und dem Gemeindehaus bereits heute an Parkplätzen für die Angestellten von Verwaltung und Schule fehlt. Mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum von rund einem Viertel werden künftig noch mehr Gemeindeangestellte und Lehrkräfte nötig, der Parkraum wird noch knapper.

Die Gemeinde, die als Arbeitgeber eigentlich dazu verpflichtet wäre, Parkplätze zur Verfügung zu stellen, will aber nicht gleich die Bagger auffahren lassen. Im Gegenteil: Sie will ihre Angestellten zum Umsteigen auf Velo und öV bewegen. «Ich verteufle die Autofahrer nicht», sagte Rüetschi am Infoforum vom Oktober. «Aber wir müssen ein vernünftiges Mass finden, sonst ersticken wir in unserem Verkehr.»

Anreiz über das Portemonnaie

Für den Gemeinderat stand bereits im Oktober fest: Der Weg, die Arbeitnehmer für den Umstieg zu begeistern, führt über das Portemonnaie. Wie bereits bei vielen Unternehmen üblich, sollen auch die Gemeindeangestellten für ihren Parkplatz zahlen müssen.

Die Ideen für die Umsetzung waren vielfältig: Mietverträge für Parkplätze, Parkuhren, Batch-Systeme oder die Bezahlung via Handy. Viel zu reden gab der Vorschlag eines Bonus-Malus-Systems: Wer einen Parkplatz braucht, muss dafür zahlen, wer keinen braucht, bekommt einen Bonus ausbezahlt. Während die einen den Gemeinderat für diese Idee beglückwünschten, fanden sie andere völlig daneben.

Um den Betroffenen selbst den Puls zu fühlen, hat der Gemeinderat im Herbst eine Umfrage bei den Verwaltungsangestellten durchgeführt. Darin wurde gefragt, wer auch künftig mit dem Auto kommen werde oder wer sich ein Umsatteln auf das Velo oder den öffentlichen Verkehr vorstellen könne.

Das Ergebnis der Umfrage kann Rüetschi nicht offenlegen, aber heute zeichnet sich ab: Angestellte der Gemeinde Suhr werden künftig Parkkarten lösen müssen, die entweder für die Parkdauer eines Tages, einer Woche, eines Monates oder eines Jahres aufgeladen werden. Die Karten werden nicht über eine Parkuhr vor Ort, sondern online über ein Parkgebührenkonto verwaltet. Eine elektronische Vignette wird hinter der Windschutzscheibe deponiert, die Parkzeit wird via Mobiltelefon gestartet und gestoppt. Die Polizei kann mit einem Lesegerät kontrollieren, ob die Parkzeit bezahlt ist.

Einführung per Schuljahresbeginn

Eine entsprechende Offerte eines Anbieters hat die Gemeinde laut Rüetschi bereits eingeholt. «Die Fragen, wie hoch die Gebühren ausfallen und ob die Einnahmen in ein Bonus-Malus-System eingespeist werden sollen, werden derzeit besprochen und abgeklärt», sagt Rüetschi. Er hofft, dass die neue Parkplatzregelung mit dem Schuljahresbeginn eingeführt werden kann.

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