Suhr

Gemeinde Suhr muss in den nächsten 20 Jahren 100 Millionen investieren

Die Suhrer Schulbauten schlagen in den nächsten Jahren heftig zu Buche.

Die Suhrer Schulbauten schlagen in den nächsten Jahren heftig zu Buche.

Der Finanzplan gibt keinen Anlass für Freudensprünge, Investitionen in Schulbauten reissen ein grosses Loch in die Gemeindekasse. Trotzdem ist der Gemeinderat zuversichtlich.

Der Finanzplan kann den Suhrern aufs Gemüt schlagen: Zwar geht der Gemeinderat bei der Eigenfinanzierung nach einer Durststrecke in den Jahren 2012 und 2013 von einer positiven Entwicklung aus; er rechnet mit einem Cashflow im Bereich von drei bis vier Millionen, Tendenz steigend. Die Nettoschuld, heute noch dank der Verselbstständigung der TBS mit 28 Millionen im positiven Bereich, wird in den kommenden Jahren aber deutlich in den negativen Bereich absacken.

«In den nächsten Jahren stehen sehr grosse Investitionen an, die wir nicht aus der laufenden Rechnung decken können», sagt Finanzvorstand Marco Genoni. «Kurzfristig sieht es nach einem harten Szenario aus.» Es sei aber wichtig, nicht kurzfristig zu denken, sondern die Entwicklung mindestens über die kommenden 20 Jahre anzuschauen. Ausserdem sei zu bedenken, dass Investitionen im Hochbau eine Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren hätten.

Investitionen von 100 Millionen

Die happigen Investitionen, in einem Zeitraum bis 2030 betrachtet, verteilen sich auf zwei Bereiche: Rund 55 Millionen werden allein für die Schulbauten fällig, davon 30 Millionen bis ins Jahr 2016. Einige Projekte sind bereits konkret, andere, wie beispielsweise die Renovation des Schulhauses Ost und des Bezirksschulhauses, sind noch nicht terminiert.

Weitere 45 Millionen werden für die Erweiterung von Verwaltung und die Neubauten eines Werkhofs und eines Dienstleistungszentrums, die Keba, verschiedene Strassen-Projekte und den Hochwasserschutz budgetiert. Alles zusammen macht das 100 Millionen, die die Gemeinde in den nächsten 20 Jahren investieren muss.

Das lässt Suhrer im ersten Moment leer schlucken, Genoni aber relativiert: 100 Millionen auf 20 Jahre verteilt, ergibt 5 Millionen pro Jahr. «Mit 5 Millionen sind wir in einem Bereich, den wir mit dem Cashflow decken können.»

Dies insbesondere unter Berücksichtigung der Rückzahlung des TBS-Darlehens von einer Million pro Jahr. So könne die Nettoschuld, die in den nächsten Jahren hauptsächlich aufgrund der Investitionen in die Schulbauten stark anschwellen wird, langfristig abgetragen werden.

Steuerfuss soll bleiben

Ausserdem beruhigte Genoni: Die budgetierten 17 Millionen für die Renovation des Bezirksschulhauses entsprächen den Kosten für einen Neubau. Inzwischen hätten aber Abklärungen ergeben, dass auch eine gründliche Renovation möglich wäre – für die Hälfte des Geldes.

Ausserdem verwies er auf den Finanz- und Lastenausgleich auf Kantonsebene, auf den die Gemeinde Suhr hofft. «Wir rechnen damit, dass bis in zwei, drei Jahren Klarheit darüber herrschen wird, ob wir davon profitieren.»

Über eine Steuererhöhung denkt der Gemeinderat laut Genoni nicht nach. «Wir rechnen fest damit, dass mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum auch die Steuererträge steigen werden.» Aber in Suhr herrsche eine grosse Dynamik, daher müssten die finanzielle Situation und insbesondere die Investitionen im Sinne eines Monitorings laufend überprüft werden.

Meistgesehen

Artboard 1