«Auch bei der schriftlichen Bevölkerungsbefragung, die wir Anfang Jahr im Zusammenhang mit dem Zukunftsraum Aarau durchgeführt haben, wurde der Wunsch nach Tempo 30 oft geäussert», sagt Gemeindeschreiber Stephan Kopp.

Damit rannten die Bibersteiner aber offene Türen ein beim Gemeinderat: Dieser hatte längst einen neuen Anlauf zur Tempo-30-Einführung genommen und einen Kurzbericht sowie ein Fachgutachten erstellen lassen. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass an einigen Knoten die Vortrittsregelung nicht klar sei, dass einige Fusswege unübersichtlich in Strassen mündeten, dass im Gebiet Schule und Kindergarten ein erhöhtes Schutzbedürfnis bestehe und dass das Geschwindigkeitsniveau in Anbetracht der örtlichen Verhältnisse hoch sei, zumal man angesichts der Hanglage mit längeren Bremswegen rechnen müsse.

Der Gemeinderat kommt gestützt auf das Gutachten zum Schluss: «Mit der Einführung von Tempo 30 kann eine Verbesserung der Sicherheit des Langsamverkehrs, angemessene Geschwindigkeiten, eine Lärmreduktion und damit die Erhöhung der Wohnlichkeit erreicht werden.» Künftig soll also Tempo 30 auf fast allen Bibersteiner Strassen gelten. Ausgeklammert wird nur die Aarauerstrasse, weil sie eine Kantonsstrasse ist.

Zur Umsetzung beantragt der Gemeinderat den Stimmbürgern nun einen Verpflichtungskredit von 52 000 Franken.

Grosser Strassenumbau

Die Gmeind wird auch über Rechenschaftsbericht, Kreditabrechnungen, ein geändertes Musikschulreglement und Kredite für Strassenbauarbeiten abstimmen. Der finanziell gewichtigste Brocken ist der Verpflichtungskredit von 2,216 Mio. Franken (Gemeindeanteil) für Bau- und Belagsarbeiten an der Kantonsstrasse. Der heutige Fahrbahnbelag ist teils über 30 Jahre alt und rissig. Auch die Bushaltestellen befinden sich laut Gemeinderat in einem schlechten Zustand.

Im Jahr 1994 wurde auf der genannten Strecke letztmals eine Oberflächenbehandlung durchgeführt. Die Strasse weist heute Verformungen und Risse auf. Auch die Bushaltestellen befinden sich in einem schlechten Zustand. In einem ersten Projektschritt soll der Teil von der westlichen Gemeindegrenze bis zum Abzweiger Buhaldenstrasse saniert werden.

Geplant sind auch Gestaltungselemente im Bereich des Dorfkerns, insbesondere eine Wasserschale entlang der nördlichen Dorfstrasse und die Neugestaltung des Bereichs rund um den Dorfbrunnen. Der Bereich der Einmündung der Hinteren Dorfstrasse wird komplett umgestaltet. Hier ist ein Bushalt auf der Strasse vorgesehen. Um den Fussgängerübergang für Schulkinder und öV-Benützer sicherer zu machen, ist eine Schutzinsel mit Fussgängerstreifen geplant.

Die bestehende Bushaltestelle vor der alten Post wird ebenfalls in einen Bushalt auf der Strasse umgewandelt. Die Einmündung der Kirchbergstrasse wird angepasst. Die Pflästerung wird entfernt und durch Belag ersetzt. Es wird neu «Kein Vortritt» signalisiert. Der Abschnitt Einmündung Kirchbergstrasse bis zum Wissenbach wird nach der Sanierung in eine Kernfahrbahn mit beidseitigem Radstreifen umgewandelt.

Für Arbeiten an Wasserleitungen (475 000 Franken), Kanalisation (744 000) und Beleuchtung (18 500) werden ebenfalls Kredite beantragt.

Gemeindeversammlung am Freitag, 10. Juni, 20 Uhr, Aula oder bei Schönwetter auf dem Pausenplatz