Suhr
Gemälde in 40 Bilder zerschnitten und versteigert

Das grosse Bild, das drei Künstler der Gemeinde schenken wollten, wurde zerschnitten und am Samstag versteigert. Es hat nun seinen Platz in verschiedenen Suhrer Häusern und in der Bibliothek gefunden.

Sibylle Haltiner
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Vor der Auktion wurde das Gesamtbild bestaunt, danach nahm Marianne Büttiker das erste Einzelbild, um es zu versteigern. Sibylle Haltiner

Vor der Auktion wurde das Gesamtbild bestaunt, danach nahm Marianne Büttiker das erste Einzelbild, um es zu versteigern. Sibylle Haltiner

«50 Franken für einen Knuddel von Marianne Büttiker mit Neeserschem ‹auf›.» Mit diesen Worten pries der Suhrer «Dorfschreiber» Andreas Neeser eines der 40 Bilder an, die aus der Zerteilung des grossen Gemäldes entstanden sind, das die Künstlerin Marianne Büttiker, gemeinsam mit Neeser und dem Musiker Michel Erismann geschaffen hatte. Das Bild hätte ein Geschenk an die Gemeinde Suhr sein sollen, doch es fand nirgends Anklang und Platz.

Aus diesem Grund wurde das Kunstwerk in ein wohnzimmertaugliches Format zerschnitten. 40 Bilder von 38×38 Zentimetern sind entstanden, die am Samstagabend in der Aula des Schulhauses Feld versteigert wurden. Mit dem Erlös soll ein Kunstworkshop mit Marianne Büttiker für die Suhrer Schüler finanziert werden. Die übrig gebliebenen Bilder erhält die Bibliothek.

Die Versteigerung fand im kleinen Rahmen statt. Dies erlaubte es dem «Auktionator» Andreas Neeser, den Interessierten bei den Modalitäten entgegenzukommen. Zum Schluss durfte für mehrere Bilder als Kombination geboten werden. So ging ein Schiff, das die Arche symbolisiert, als Ganzes in eine Hand über. Auch der Schriftzug «knüpfen wir Schnüre, bunter die Maschen des Schweigens» bleibt trotz Aufteilung zusammen.

Viele Bilder gingen zum Mindest-preis von 50 Franken weg, doch einige Sujets waren so begehrt, dass heftig darum geboten wurde. Den Spitzenpreis von 170 Franken erzielte ein Ausschnitt in Blau mit den Worten «im Traum», der «Knuddel mit ‹auf›» ging für 70 Franken weg.

Obwohl das Zerschneiden des Bil-des zuerst schwergefallen war, waren alle begeistert vom Resultat, denn auch die mathematisch zugeschnittenen Einzelteile hatten eine tolle Ausstrahlung. Marianne Büttiker kam zum Schluss: «Wenn man zu Rhythmen arbeitet, kann man das Bild auch in einzelne Rhythmen unterteilen.»

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