Koppigen
Geheiztes Bassin soll mehr Badegäste anlocken

Für ein Freibad ist die Sonne naturgemäss unverzichtbar. Im Schwimmbad sorgen neu 50 Quadratmeter Solarzellen für warme Duschen und ein beheiztes Becken.

Marco Wölfli
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Während der Montage sind die Solarzellen mit Folien abgedeckt, damit sie nicht zu heiss werden.mwo

Während der Montage sind die Solarzellen mit Folien abgedeckt, damit sie nicht zu heiss werden.mwo

Nur wenn die warmen Strahlen Luft und Wasser erhitzen, reiht sich in den Bädern Badetuch an Badetuch. Im Schwimmbad von Koppigen werden die Sonnenstrahlen im kommenden Sommer noch intensiver genutzt. Gestern wurden auf dem Dach des Garderobengebäudes 50 Quadratmeter Solarzellen installiert. Die umweltfreundlichen Solarpanels lösen die Ölheizung ab, die ersetzt werden musste.

Die Idee auf Sonnenenergie zu setzen, kam von Badmeister Bruno Stucki und Daniel Baumberger vom gleichnamigen Haustechnikunternehmen. «Statt einer neuen Ölheizung befassten wir uns rasch mit Solarenergie», erzählt Stucki. Da auch die Gemeinde von der Idee angetan war, sei der Entscheid schnell gefallen. Nun wurden für 70000 Franken Solarzellen aufs Garderobendach geschraubt. Eine neue Ölheizung hätte etwa 50000 Franken gekostet. Neben Koppigen und den umliegenden Gemeinden beteiligt sich der Kanton mit 10000 Franken am Projekt.

Bei 24 Grad ist Schluss

Mit den Solarzellen soll primär das Duschwasser im 1000-Liter-Boiler erhitzt werden. Da die Zellen aber mehr Energie liefern als benötigt, kann neuerdings auch noch das Becken erwärmt werden. «Das ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Um wie viel Grad sich das Wasser erwärmen wird, «lässt sich nicht genau beziffern», sagt Baumberger. «Nachts entweicht viel Wärme in die Luft.

Doch an einem sonnigen Tag sind zwei bis drei Grad zusätzlich möglich.» Damit ein Sprung ins Schwimmbad aber eine Erfrischung bleibt, stellt sich die Heizung bei einer Wassertemperatur von 24 Grad automatisch ab. Das warme Bassin soll seine Wirkung vor allem dann entfalten, wenn die Luft warm, das Wasser aber noch kühl ist.

«Ob die Beckentemperatur 18 oder 21 Grad misst, macht viel aus», ist Stucki überzeugt. Der Badmeister hofft nun, dass sich das geheizte Becken zu einem Publikumsmagnet entwickelt: «Wenn wir in Koppigen immer ein bisschen wärmeres Wasser als anderorts haben, kaufen vielleicht mehr Leute ein Saison-Abo bei uns.»

Gemäss dem Koppiger Finanzverwalter Michel Jost sind letztes Jahr 437 Saison-Abos verkauft worden. Der Verkauf hänge jeweils stark mit dem vorangegangenen Sommer zusammen: «Gab es einen schönen Sommer, erinnern sich die Leute daran, und die Verkaufszahlen sind gut. Nach einem verregneten Sommer sind die Leute viel zurückhaltender.»

Weniger frieren bei der Eröffnung

Besondere Freude an einem warmen Bassin dürfen die Behördenvertreter von Koppigen und Umgebung haben. Die Schwimmbad-Eröffnung im Mai wird nämlich stets mit einem grossen Fest gefeiert. Dabei ist es Tradition, dass die Gemeinderäte den Sprung ins Wasser wagen.

Als Mitbegründer dieser Zeremonie muss jeweils auch Koppigens Gemeindeschreiber Peter Kindler ins Wasser. Augenzwinkernd sagt er deshalb: «Ein Becken, das an einem Maiabend drei Grad wärmer ist, tönt verlockend. Das war eigentlich der Hauptgrund, dass die Gemeinden die Solaranlage unterstützten.»