«Gewerbepark» sei nur ein Arbeitstitel, sagte Vize-Gemeindepräsidentin Carmen Suter an der Wintergmeind (vgl. gestrige Ausgabe). Einen richtigen Park müsse man sich darunter nicht vorstellen. Es gehe darum, im Helgenfeld verschiedene Gewerbe mit unterschiedlichen Ansprüchen anzusiedeln.

Und wegen der speziellen Situation der Parzelle wolle der Gemeinderat die Parzelle nicht stückchenweise zur Verfügung stellen. Deshalb beantragte er der Versammlung einen Projektierungskredit von 140 000 Franken, um auf der Parzelle «eine gut abgestützte Testplanung» durchführen zu lassen.

Diesem Ansinnen, sprich in letzter Konsequenz dem Projekt eines Gewerbeparks an sich, war schon vor der Versammlung Opposition aus dem Quartier erwachsen. Anwohner Hans Mauch trug am Donnerstagabend die einschlägigen Argumente noch einmal vor: mehr Verkehr, Lärm und Feinstaub. Damit werde das Wohnquartier Helgenfeld unattraktiv gemacht. Mauch empfahl deshalb, den Projektierungskredit abzulehnen.

Gemeinderat fordert Realersatz

Aus einer andern Optik stemmte sich die Suhrer FDP gegen die Pläne des Gemeinderates. «Wir haben nichts gegen die Ansiedelung von Gewerbebetrieben», sagte Urs Zimmermann. Und das Land gehöre der Gemeinde. So gesehen, könne der Gemeinderat das Land direkt anbieten – ohne Gewerbepark. Die zusätzliche Planung, der die Gemeindeversammlung nun den Segen erteilen solle, führe aber zu einer Verteuerung auch des Landes.

Mit der Projektierung, so Zimmermann, werde das Land nur optisch aufgewertet. «Wir wollen aber keine teure Sandkastenübung!» Eigentlich sei doch klar, was mit den Betrieben geschehen solle, die den kantonalen Strassenbauplänen weichen müssen: Der Kanton solle den Landverlust ausgleichen, indem er an geeigneter Lage zusätzliches Land für Gewerbebetriebe einzone. Das vorliegende Geschäft sei deshalb an den Gemeinderat zurückzuweisen.

Carmen Suter machte klar, bei der Testplanung gehe es genau darum, abzuklären, welche Immissionen mit dem Gewerbepark auf das Helgenfeld-Quartier zukämen. Und selbstverständlich werde der Gemeinderat beim Kanton Realersatz fordern. Es gelte aber, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen.

Die Stimmberechtigten hiessen den Rückweisungsantrag der FDP trotzdem mit 121 Ja gegen 100 Nein gut. Eher unklar blieb freilich, worin der dem Gemeinderat damit erteilte Auftrag besteht. Dies, zumal der Gemeinderat nicht ein Projekt, sondern erst Abklärungen im Hinblick auf ein solches vorgeschlagen hatte.

Knappes Ja beim Henz-Areal

Erwartungsgemäss eher knapp fiel mit 125:112 Stimmen der Entscheid für die Teilrevision von Bauordnung und Zonenplan aus, welche die Realisierung der Wohnüberbauung samt Hochhaus auf dem Henz-Areal planungsrechtlich ermöglicht.

Dies nach einer ausgiebigen Diskussion, in welcher insbesondere das gegnerische Lager seine Argumente und Ängste noch einmal darlegte. «Wollen wir, dass sich das Dorfleben zunehmend am Bahnhof abspielt?», fragte etwa Ruth Hilfiker, deren Rückweisungsantrag mit 126 Nein gegen 115 Ja scheiterte. Und: «Wollen wir den Leerwohnungsbestand in Suhr fördern?» Dies angesicht des Umstandes, dass auf dem Henz-Areal und an der Anna-Heer-Strasse weitere 270 Wohnungen entstehen sollen.

Leerstände, sagte FDP-Präsident Urs Zimmermann demgegenüber, gebe es nicht in Bahnhofnähe. Und das Henz-Areal sei bahnhofnah gelegen. Leer stünden ältere, nicht mehr attraktive Wohnungen. Andreas Campi, Suhrer Stimmbürger und als Leiter Entwicklung bei der Halter AG zugleich Vertreter der Bauherrschaft, warnte: «Wenn Sie nicht zustimmen, gibt es auf dem Henz-Areal auf Jahre hinaus eine Industriebrache.» Bei der für ihn erfolgreichen Abstimmung musste Campi dann in den Ausstand treten.