Aarau
Gefüllter Saal beim Lichterfest für Asylsuchende und Flüchtlinge

Das Lichterfest für Asylsuchende, Flüchtlinge und Gäste füllte am Donnerstag den Kirchensaal. Netzwerk Asyl hatte eingeladen und Menschen als vielen Ländern waren gekommen. Am Hoffnungsbaum hingen dutzende Wünsche und Hoffnungen.

Peter Weingartner
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«Friede und Freiheit für alle Menschen» und «eine Stelle für mich» hatte ein kurdischer Vater auf seinen Wunschzettel geschrieben. Dutzende Wünsche und Hoffnungen hingen am Hoffnungsbaum im Kirchensaal hinter der Post in Aarau. Da trafen sich Asylsuchende, Flüchtlinge und andere Interessierte am Donnerstagabend zu einem Lichterfest. Das Netzwerk Asyl Aargau hatte dazu eingeladen und Menschen aus vielen Ländern waren gekommen.

Unterschiedliche Wünsche

Die Wünsche pendeln zwischen jenen für die Menschheit und den individuellen. Zwischen Gerechtigkeit und BMW, Frieden und dem Wunsch nach Familie. Für Ahmet, den Sohn des kurdischen Vaters, hat sich ein Wunsch erfüllt: Er macht eine Lehre als Polymechaniker. Die Mutter putzt. Die Familie hat eine Aufenthaltsbewilligung erhalten und ist aus Dankbarkeit und Solidarität hier. Sie hat auch gekocht und gebacken.

«Wir gehören zusammen»

Max Heimgartner (73), der ehemalige reformierte Pfarrer, hat es sich seit seiner Pensionierung zur Aufgabe gemacht, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Er konnte Menschen aus Afghanistan, Eritrea, der Türkei, Syrien, Nordafrika, Aserbaidschan, aber auch aus Peru und Tibet begrüssen. «Ob Hindus, Muslime, Christen, ob Konservative oder Liberale: Wir gehören alle zusammen», sagte er. Allen Religionen gemein sei die Bedeutung des Lichtes.

Das Kerzenlicht wurde auf alle Tische verteilt, bevor die ganze Gesellschaft ein Lied sang: «Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht.»

Multikulturelles Mahl

Froh machte gewiss das Essen. Dieses Jahr trugen Menschen aus Peru, der Türkei und der Schweiz zum festlichen Mahle bei.

St. Nikolaus bescherte die Kinder, deren Namen ihm nicht immer leicht über die Zunge kamen, mit einem Chlaussäckli. Für musikalische Unterhaltung sorgte ein von Rolf Geiser spontan zusammengestelltes Schweizerchörli mit drei Volksliedern. Aber auch unter den Asylsuchenden fanden sich einige Musikfreudige, allen voran Matin Rashad mit seinen afghanischen Freunden. Die Rhythmen ihrer Lieder animierten vorab die Jüngeren dazu, das Tanzbein zu schwingen. Und die Wünsche am Baum? Der kurdische Vater gibt die Hoffnung nicht auf.