Aarau
Gefälschter FCA-Brief: Nur ein Dutzend Fans tappten in die Gratis-Tickets-Falle

500 Fans lädt der FC Aarau laut einem Brief an die Aarauer Bevölkerung gratis zum Heimspiel gegen den FC St. Gallen, weil der Stadion-Streit beendet ist. Alles gelogen, der Brief ist eine Fälschung. Gratis-Tickets wollten nur rund ein Dutzend Fans.

Pascal Meier
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Der Brief, der in Aarauer Briefkästen gelandet ist, hat einen offiziellen Anstrich und lässt jedes FC-Aarau-Fan-Herz höher schlagen. Als «erfreuliche zukunftsweisende Nachrichten» wird verkündet, dass es gelungen sei, eine «Einigung mit der beschwerenden Instanz des neuen Stadion-Projektes zu erzielen». Der FC Aarau könne nun eine Zukunft ohne «potenzielle Hürden» planen. Detaillierte Informationen werde man am Montag um 14 Uhr an einer ausserordentlichen Medienkonferenz geben.

Alles Schwindel. Der Brief stammt laut «Radio Argovia nicht vom FC Aarau, was der Klub auf Anfrage der az bestätigt. «Wir haben keine Ahnung, wer dahintersteckt und wie viele Aarauer den Brief erhalten haben», sagt FCA-Marketingmanager Roger Keusch, der im Brief unter anderem namentlich als Absender aufgeführt ist und in den vergangenen Tagen mit SMS und Emails bombardiert wurde. «All jene, die mich beglückwünschten, musste ich leider enttäuschen.»

Nur ein Dutzend Fans tappten in die Falle

Enttäuscht wurden auch FCA-Fans, die sich auf Gratis-Eintritte für das Heimspiel gegen den FC St. Gallen freuten. Denn im Schreiben hiess es weiter, dass der FC Aarau zur «Feier dieses langersehnten wichtigen Schrittes» und als Dank für die Treue 500 zufällig ausgewählten Stadtbewohnern einen Gutschein für zwei Gratiseintritte schenke und alle Empfänger des Briefes zu den Gewinnern gehöre. Die Tickets könne man bis 90 Minuten vor Anpfiff abholen.

Auch das ist ein Schwindel, den einige Fans rechtzeitig bemerkten. «Wahrheit oder verfrühter Aprilscherz?», «Echt oder fake?», fragten sich einige Aarauer auf Facebook. Schlussendlich waren es nur ein Dutzend Fans, die am Sonntagnachmittag mit dem gefälschten Brief im Brügglifeld Tickets für den Match beziehen wollten, wie es vor Ort hiess.

Wer genau las, konnte den Brief selbst als Fälschung enttarnen. Eine Einigung mit dem Beschwerdeführer ist nämlich Sache der Stadt, der FC Aarau ist nicht Partei im Bewilligungsverfahren. Und Leo Locher, der nebst Roger Keusch als Absender aufgeführt wurde, ist nicht mehr – wie im Brief geschrieben – Sicherheitschef vom FC Aarau.