Schachen

Gebet: Auch der Regierungsrat wird gesegnet

5000 Christen beteten im Schachen für die Schweiz - und für Regierungsrat Urs Hofmann. Die aus der ganzen Schweiz angereisten, vor allem evangelikalen Christen gaben sich gestern betont patriotisch: Viele trugen T-Shirts mit Schweizerkreuz.

Wer sich gestern in den Aarauer Schachen wagte, kam nicht ohne göttlichen Segen wieder weg: «Ich habe Regierungsrat Urs Hofmann gefragt, ob wir für ihn beten dürfen», sagte Hans-Peter Lang, Präsident des Vereins «Gebet für die Schweiz», zu den 5000 Christinnen und Christen, die sich zum nationalen Gebetstag versammelt hatten. Und fuhr fort: «Ich möchte Dich, Urs Hofmann, segnen, damit Du weiterhin in Deiner Weisheit dem Kanton dienen kannst.»

Hofmann hatte zuvor in seiner Grussbotschaft betont, dass es gut tue, sich an etwas Festem halten zu können - sei es das Gebet, der Blick in die Sterne oder die Werte, die man im Elternhaus erhalten habe.

Melanie spricht Gott als Daddy an

Nicht anders als Regierungsrat Hofmann erging es dem Journalisten, der sich bei zwei Frauen erkundigte, weshalb sie in den Schachen gekommen seien. «Es ist mir wichtig, dass wir miteinander im Gebet für dieses Land und die Regierung einstehen», gab Melanie (32) zur Antwort. Sie engagiert sich beim ICF Mittelland und half gestern bei der Organisation des Gebetstags mit. Auch sie bat den Journalisten um Erlaubnis, für ihn beten zu dürfen - und machte das postwendend. Gott sprach sie dabei als «Daddy» an.

Und als Verpflegung gab es einen Cervelat mit Bürli. Schliesslich sehen diese Christen die Schweiz als auserwähltes Land: «Die Schweiz hat als Nation Zeichen besonderer Gnade von Gott erhalten», schreiben die Organisatoren im Gebetsheftchen, dass alle Teilnehmer erhielten.

Abendländische christliche Werte

Präsident Lang zeigte sich zufrieden mit dem Anlass: «Es ist wunderbar, dass so viele Christen aus 26 Kantonen für die Einheit des Landes beten.» Laut ihm ging es an diesem Tag darum, ein Bekenntnis «zu unseren abendländischen christlichen Werten und für die Erhaltung des biblischen Menschenbildes» abzulegen.

Weniger fromm ging es abseits der Bühne zu und her. Die Kinder der Christen machten das am liebsten, was alle Kinder an heissen Tagen am liebsten machen: Sie spritzen sich gegenseitig mit dem Wasserschlauch ab. Und die Erwachsenen standen lange an, um ein Soft-Ice zu kaufen.

Melanie (32) sagt, weshalb sie an den Gebetstag im Schachen gekommen ist

Melanie (32) sagt, weshalb sie an den Gebetstag im Schachen gekommen ist

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