Aarau
Gebäude der Berufsschule rostet, bevor der Bau fertig gestellt ist

Der Neubau der Berufsschule in der Telli ist noch nicht fertiggestellt, schon blättert Farbe von der Fassade ab. Laut Architekt braucht es ohnehin noch zwei letzte Anstriche. Um Baupfusch handle es sich aber nicht.

Elia Diehl
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Die rostigen Flecken an der Fassade der Berufsschule werden mit Frühlingsbeginn verschwinden. Elia Diehl

Die rostigen Flecken an der Fassade der Berufsschule werden mit Frühlingsbeginn verschwinden. Elia Diehl

Elia Diehl

Die Bauarbeiten am renovierten Nebenbau der Berufsschule in der Aarauer Telli befinden sich in der Endphase. Eigentlich sollte der mit anthrazitfarbenen Stahlplatten eingekleidete Nebenbau nun in der ersten Frühjahrssonne elegant glitzern.

Dem ist aber augenscheinlich nicht überall so. An mehrere Fassadenplatten blättert die Farbe ab und der Neubau präsentiert sich mit hässlichen rostroten Flecken.

Kein Baupfusch

«Es ist unangenehm, wenn das Gebäude so aussieht», bedauert Architekt Niklaus Widmer, er werde häufig darauf angesprochen. Im nächsten Atemzug relativiert er den Schaden aber: «Es sieht viel schlimmer aus, als es eigentlich ist.»

Tatsächlich handelt es sich hierbei lediglich um einen ästhetischen Mangel. Von Pfusch am Bau könne laut Architekt nicht die Rede sein.

Die tonnenschweren Stahlplatten, welche die Fassade der renovierten Räumlichkeiten der Berufsschule bilden, wurden bereits vor der Montage in den kalten Wintermonaten grundiert und gestrichen.

Gefrierendes eingeschlossenes Wasser hat bei der Lagerung die Farbschicht beschädigt.

«Es entstehen weder zusätzliche Kosten, Mehraufwand oder Verzögerungen», erklärt Architekt Widmer. Es sei so oder so der letzte Arbeitsschritt, die angebauten Stahlplatten am Gebäude selbst noch mit zwei letzten Anstrichen zu versehen.

Spezielle Farbe verwendet

Das Architekturbüro Felber Widmer Schweizer entschied sich für einen besonderen Anstrich mit der Eisenglimmerfarbe. «Ein sehr gutes Produkt, das sich gut und oft überstreichen lässt», so Widmer.

In Anbetracht allfälliger Graffitis oder anderer Schäden könnten die Platten jederzeit ohne Demontage mit einer neuen Farbschicht überzogen werden.

Warten auf den Frühling

Aufgrund des planmässigen letzten Anstriches handelt es sich bei den Produktionsschäden nicht um einen Versicherungsfall. Deren Behebung bringt wenig Aufwand mit sich. «Die betroffenen Platten müssen einzig zusätzlich etwas abgeschliffen werden», sagt Widmer.

Die tiefen Temperaturen verhinderten bisher eine Weiterarbeit. Daher präsentiert sich der Anbau nach wie vor stellenweise im rostigen Fleckengewand. «Ich hoffe auf einen baldigen Frühlingsbeginn», so Widmer.

Das Streichen der Fassade soll bei stabilem milderem Klima in Angriff genommen werden und den Bau dann endlich ganz neu aussehen lassen.

Ebenfalls fänden die unbequemen Nachfragen an Widmer wegen der Farbschäden damit ein Ende.

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