Aarauer Gastronomie

«Gault-Millau» zieht zwei festen Werten Punkte ab – das «Mürset» profitiert

Das Mürset in Aarau sahnt 13 «Gault-Millau»-Punkte ab. (Archivbild)

Das Mürset in Aarau sahnt 13 «Gault-Millau»-Punkte ab. (Archivbild)

Minuspunkt für die «Kettenbrücke» und Krankheitsfall im «Beluga» überlassen dem «Mürset» den Spitzenplatz in der Kantonshauptstadt.

Der Gourmetführer «Gault-Millau» hat seinen Gastro-Guide 2021 herausgegeben. Unter den 830 besten Restaurants der Schweiz befinden sich aktuell zwei in Aarau. Neu darf sich das Restaurant Mürset im Schachen mit 13 «Gault-Millau»-Punkten alleine als die beste Gastronomiestätte der Stadt bezeichnen. Geschäftsführer Martin Klima freut sich über die Auszeichnung, auch, weil sie in einem schwierigen Jahr kommt: Nebst Corona war auch der Küchenchef zeitweise gesundheitlich angeschlagen. Das Ziel sei künftig, die 13 Punkte zu erhalten.

Das «Mürset» ist neu alleine in Aarau auf Platz eins, weil das Restaurant Kettenbrücke im Vergleich zum letzten Jahr einen Punkt einbüssen musste. Die «Gault-Millau»-Kritiker dürften dort einen ungünstigen Moment erwischt haben, bemängelten sie doch ziemlich heftig das Essen sowie die Bedienung, verliehen dem Restaurant aber dennoch 12 Punkte. Theresia Sokoll, Direktorin der «Kettenbrücke», sagt: «Wir sind sehr enttäuscht über diese Bewertung und bedauern, dass der Tester einen Abend erwischt hat, an dem unser Service und unsere Küchenkreationen die Erwartungen nicht erfüllt haben. Wir setzen täglich alles daran, unsere Gäste von A bis Z zu verwöhnen.»

Das sind die Aargauer Gault-Millau-Restaurants 2021:

Die Leitung des Hotel Restaurant Kettenbrücke hat die leidenschaftliche Gastronomin mit 30-jähriger Erfahrung im Juli übernommen. Sie sagt: «Es klingt vielleicht etwas klischeehaft, aber für mich zählt, dass wir jeden Gast so behandeln, als wäre es ein Restaurantkritiker.» Topservice und hohe Qualität aus der Küche lägen an oberster Stelle, «deshalb bin ich auch regelmässig abends im Restaurant anzutreffen». Die Kritik werde ernst genommen und als Ansporn gesehen, die «Kettenbrücke» weiter zu verbessern. «Hier habe ich in den letzten vier Monaten schon Einiges bewirken können und ich bin hoch motiviert, das ‹Gault-Millau›-Urteil als Chance und Herausforderung zu nehmen.»

Nichtsdestotrotz: Mit zwölf Punkten figuriert die «Kettenbrücke» weiterhin unter den Topadressen des Landes. «Der Punktverlust ist ärgerlich, aber keine Tragödie. Ich darf regelmässig begeisterte Komplimente für das Restaurant entgegennehmen», sagt Theresia Sokoll.

Krankheit kippt «Beluga» vorläufig von der Liste

Trauriger ist die aktuelle Situation im Restaurant Beluga in der Vorderen Vorstadt: Im Vorjahr mit 13 Punkten unter den drei besten in Aarau, haben es die «Gault-Millau»-Kritiker dieses Jahr – auf Wunsch der Betreiber des Restaurants – ganz aus ihrer Liste gestrichen. Der Grund dafür ist keine Verschlechterung des Angebots, sondern ein Krankheitsfall: Küchenchef Robin Dürlewanger ist gesundheitlich stark angeschlagen, deshalb hat sich das «Beluga» bis auf weiteres von den «Gault-Millau»-Bewertungen zurückgezogen. «Es sind rein gesundheitliche Faktoren, die dazu geführt haben, dass wir nicht mehr dabei sind», sagt Gastgeber Urs Marrer. Wie es dort weitergeht, hänge vom Krankheitsverlauf des Küchenchefs ab, vom künftigen Gästeverhalten und dem Verlauf der Coronakrise. Derzeit hat das «Beluga» wegen Corona an vereinzelten Tagen – etwa heute Mittwoch – geschlossen, um die Verluste zu minimieren und um die Arbeitsplätze zu sichern. «Wir denken nicht ans Aufgeben», sagt Urs Marrer.

Topadressen im Suhrental und Niederamt

Ausserhalb von Aarau stehen die Restaurants Schlossgarten in Schöftland und Rosmarin in Lenzburg mit 15 Punkten unverändert auf dem zweiten Platz im Kanton. Der «Bänziger» in Seon und «Silvio’s Ampère» in Rupperswil blieben bei ihren 14 Punkten. Weiterhin 13 Punkte haben die Restaurants zur Mühle in Oberentfelden, Cocon in Meisterschwanden und Bärenstübli im Suhrer Hotel Bären. Zu dieser Gruppe gesellt sich neu der Kölliker «Bären».

Ein Blick ins Solothurner Niederamt zeigt: Albi von Feltens «Hirschen» in Erlinsbach SO erhielt zwar eine sehr wohlwollende Kritik, aber für einmal keine Note – wegen des Küchenchef-Wechsels setze man die Bewertung für dieses Jahr aus, schreibt der «Gault-Millau». Die «Brücke» in Niedergösgen (die Wirte sind Markus und Sarah Gfeller) räumt 15 Punkte ab, der Gourmetführer ist voll des Lobes über die Leistung von Küchenchef Thomas Messerli.

Leise Kritik schimmert bei der Bewertung des Landgasthofs Kreuz in Obergösgen durch, allerdings nicht bei der Qualität der Speisen, eher bei der Kreativität und dem Drumherum. 14 Punkte gibt es trotzdem für das Haus unter Herbert und Katharina Balz. Ebenso fürs Hotel Storchen (Restaurant La Cuisine) in Schönenwerd, das im Sommer von Monika und Peter Lustenberger an Lukas Fritschi und Daniel Sladek übergegangen ist. Der «Gault-Millau» freut sich unter anderem, dass dort alles so gut geblieben ist, wie es vorher war.

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