Unterzeichnet wird der Kaufvertrag erst nächste Woche. Doch der Handwechsel der «Krone» ist beschlossene Sache: Niklaus und Stephan Leuenberger aus Aarau haben den Zuschlag für die Liegenschaft erhalten.

Die beiden sind im Immobiliengeschäft und besitzen bereits das Haus mit dem Spielzeugladen «Holzwurm» an der Laurenzentorgasse. «Wir mögen alte Gebäude, besonders in der Aarauer Altstadt», sagt Niklaus Leuenberger, von Beruf Pilot. Sie hätten eigentlich gewollt, dass die alten Wirte die «Krone» wie bis anhin weiterführen, «doch wir konnten sie leider nicht überzeugen.»

Nun wird einer die Pacht übernehmen, der in Aarau bestens bekannt ist: Alessandro Crivaro. Der 37-Jährige verlängert damit seine Gastronomie-Achse in die Altstadt hinein. Er betreibt an der Laurenzentorgasse bereits das italienische Café Panini Cultura, zwei Häuser weiter den Pasta-Schnellimbiss Signor Rossi und an der Kronengasse den Club 3. Stock.

Erfolgreich sind sie alle drei, oft kritisiert wurde wegen Lärm der «3. Stock». Wird Crivaro diesen nun auf die angrenzende «Krone» ausdehnen? «Auf keinen Fall», sagt Crivaro. «Wir führen jedes einzelne der drei bestehenden Lokale mit den eigenen Regeln. Das wird auch mit der ‹Krone› so sein.»

Selbst in der bestehenden Bar im Obergeschoss wolle man ein älteres Publikum ansprechen. Hauptsächlich soll die «Krone» aber wie bis anhin ein Restaurant im mittleren Preissegment sein. Die angestammten Gäste sollen möglichst erhalten bleiben, auch wenn weniger teure Bio-Lebensmittel aufgetischt werden. Crivaro wird auch die «Krone» sicher rentabel betreiben.

Crivaro übernimmt ein Erbe

Er sagt aber: «Es ist nicht das Gleiche wie bisher, als ich Neues geschaffen habe. Ein bereits gut laufendes Lokal zu übernehmen ist eine grössere Herausforderung. Damit übernehme ich eine Verantwortung und muss mir das Konzept genau überlegen.» Beibehalten will er die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Stockwerke, im ersten soll das Restaurant weitergeführt werden, unten wird noch an einem neuen Stil getüftelt.

Somit geht Ende Jahr mit einer Silvesterfeier die Ära der Genossenschaftsbeiz Krone definitiv zu Ende. Genau
20 Jahre lang existierte sie. Mit dem Kaufpreis von 2,1 Millionen Franken wird zuerst die Bank ausgezahlt. Der Rest geht im Rahmen der Liquidation der Genossenschaft Krone an jene Darlehensgeber, die ihren Anspruch geltend machen.