Aarau
Gastro-Social-Tower schiesst ungebremst in die Höhe

Im März 2013 wurde das Rockwell-Gebäude gesprengt, vor knapp einem Jahr begannen die Arbeiten am Gastro-Social-Tower. Heute stehen schon acht von zwölf Geschossen im Rohbau.

Katja Schlegel
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Wenn es dauerregnet, dürfen die Arbeiter eine Stunde früher Feierabend machen
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Hier werden Büros eingerichtet
Der Bau des Gastro-Social-Tower schiesst in die Höhe.
Die Leitungen kringeln sich an der Decke
Die Tiefgarageneinfahrt
Der Treppenhausschacht ist noch leer
Der Blick aufs Torfeld Süd
Aus 30 Metern Höhe schaut der Bauplatz wie ein Setzkasten aus
Blick auf die Baustelle in 30 Meter Höhe

Wenn es dauerregnet, dürfen die Arbeiter eine Stunde früher Feierabend machen

Emanuel Freudiger

Hier oben ist man unter sich. Auf Augenhöhe sind nur das Telli-Hochhaus, der AEW-Turm und die Spitze des Oberturms. Wir stehen auf der Decke von Obergeschoss Nummer Acht, Regentropfen im Nacken, den kalten Wind im Gesicht, unter den Füssen bebende Gerüstplatten.

Ein knappes Dutzend Arbeiter bereitet die nächsten Betonarbeiten vor. Unten auf dem Bauplatz liegen Armierungseisen, Holzplatten und Dämmmaterial, klein und herzig wie in einem Setzkasten.

30 Meter sind es jetzt; wer den Turm über die Gerüsttreppen hoch- und runterklettern muss, überlegt sich das zweimal. Und es wird noch viel höher: Zwölf Obergeschosse wird der Hauptsitz von Gastro-Social, einer der grössten Sozialversicherungen der Schweiz, dereinst zählen. Das sind noch einmal 20 Meter obendrauf.

Vor einem knappen Jahr, am 28. November 2013 wurde der Grundstein für den Turm und das Bürogebäude nebenan gelegt. Lange hat man kaum etwas vom Fortschritt des Baus mitbekommen. Jetzt ist das Bürogebäude im Rohbau fertig und der Turm schiesst förmlich in die Höhe.

«Die Arbeiten an den beiden Untergeschossen, dem Erdgeschoss und den vier ersten Obergeschossen des Turms waren relativ anspruchsvoll und haben viel Zeit in Anspruch genommen», sagt Thomas Zoller, Bauführer bei der Bauunternehmung Zubler AG. Denn ausser den Liftschächten ist am mehreckigen Gebäude der Aarauer Architekten Schneider & Schneider nichts rechteckig.

Doch jetzt, ab Stockwerk Nummer Fünf, komme die Routine, sagt Zoller. Alle zwei Wochen wächst der Turm um ein Geschoss in die Höhe. Geht es in diesem Tempo weiter, erreicht der Turm im Februar seine volle Grösse. «Aber man weiss nie, was der Winter bringt», sagt Zoller. Kommt ein Temperatursturz dazwischen, kann es schnell anders aussehen.

Schlimmer ist nur der Wind

Zumindest bis jetzt gibt es am Wetter nichts auszusetzen. Der letzte Winter war kein richtiger, genauso wenig wie der Sommer. «Das ist gut für uns», sagt Zoller. Für die Arbeiter sei ein heisser Sommer anstrengend und unangenehm. Genauso wie Dauerregen, deshalb dürfen die dick in Regenkleider eingewickelten Arbeiter an diesem Tag eine Stunde früher Feierabend machen.

«Wobei», meint Polier Albrecht Gurtner, «Regen gehört einfach dazu.» Was schlimmer ist, ist der Wind, der auf dieser Höhe schon ganz schön giftig zieht, und die Regentropfen ins Gesicht peitscht. Ausserdem ist es nicht ganz ungefährlich. Dann kann es schnell passieren, dass er Dinge herumschleudert.

Was ist das für ein Gefühl, an einem künftigen Wahrzeichen Aaraus mitarbeiten zu dürfen? «Ein Spezielles», sagt Zoller und lacht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zubler AG 1966 bereits den Vorgänger, den «Sprecherhof», gebaut hat. «Nach der Sprengung dürfen wir den Turm jetzt wieder neu aufbauen. Das ist schon ungewöhnlich.»

Genauso wie die Grösse des Projekts mit rund 3000 Quadratmetern Fläche: «Das sind ganz neue Dimensionen, die man auf dieser Baustelle kennen lernt», sagt sogar Zoller, der sich grosse Baustellen eigentlich gewohnt ist.

Auch wenn die Arbeiten gut im Zeitplan liegen, darf doch keine Zeit verloren gehen. Kaum ist ein Stockwerk betoniert, kommen die Fensterbauer, gefolgt von den Arbeitern, die die Fassade isolieren und mit Natursteinplatten verkleiden.

Sind die Fenster drin, kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Läuft alles rund, wird die Übergabe des 46-Millionen-Baus an Gastro-Social Ende 2015 stattfinden. Dann hat Aarau eines seiner Wahrzeichen zurück.

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