Gämsen sind nicht nur im alpinen Raum, sondern auch im Erlinsbacher Gemeindebann heimisch. Zu sehen sind die scheuen Wildtiere zum Beispiel oben auf der Ramsfluh-Ebene oder an der Egg. Im Gebiet Erlinsbach-Küttigen leben rund 70 Exemplare dieser Paarhufer. Häufig anzutreffen ist im Erzbachtal – im Wald, im Feld oder gar im Dorf – der Fuchs.

Das Wildtier ist aber nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, vor allem in der Ranzzeit im Januar und im Februar, in dieser Begattungsperiode bellt der Rotfuchs häufig laut und vernehmlich. Schliesslich «zieht auch der Luchs in Erlinsbach regelmässig durch», erfährt der geneigte Leser in der neusten Erlinsbacher Dorfchronik aus dem berufenen Mund der Jäger (namentlich Marcel Notter und René Schmid), die sich im aargauischen Erlinsbach auf zwei Jagdgesellschaften verteilen, nämlich auf Hungerberg-Egg und Erlinsbach-Berg.

Die 19. Auflage der Speuzer Dorfchronik berichtet in Wort und Bild über Gemeindeversammlungsbeschlüsse, über kirchliche Ereignisse, Seniorenausfahrten oder kulturelle Veranstaltungen der Jahre 2013 bis 2015. Daneben bereichern im Kapitel «Interessantes und Geschichtliches» immer wieder Beiträge die chronologische «Brattig» dies- und jenseits des Erzbachs.

Duell Küttigen-Erlinsbach

Mit Schmunzeln verfolgt man den heftigen Streit zwischen Erlinsbach und Küttigen um die Wald- und Banngrenze im Buchwald und im Gebiet Dunkelflühli-Wasserflue in den 1880er Jahren. Das Duell zwischen den damaligen Gemeindeammännern Johann Jakob Erb (Erlinsbach) und Jakob Wehrli (Küttigen) beschäftigte gar den Regierungsrat und endete 1884 mit einem salomonischen Vergleich. Die köstliche Reminiszenz stammt aus dem Fundus des leider kürzlich verstorbenen Dorfhistorikers Bruno Roth. Ironie der Geschichte: Heute bewirtschaften die einstigen Streithähne gemeinsam ein Forstrevier.

Magerwiese im Zielhang

Dass «die Gehren» oberhalb von Erlinsbach «mehr als nur ein Schiessplatz sind», beweist der Artikel von Urs Müller in der jüngsten Dorfchronik. Der nach Süden exponierte Zielhang ist nämlich ein Magerwiesen-Biotop von nationaler Bedeutung für Fauna und Flora. Der gegenwärtig gültige Vertrag zur militärischen Nutzung ist laut dem Autor «ein Beispiel dafür, wie unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut gebracht werden können». Zu den Partnern zählen neben dem Natur- und Umweltschutz auch das Restaurant Waldhaus und der Bauernbetrieb der Familie Stucki. Eigentümer des Areals ist zwar der Kanton Aargau, doch komme auch der Gemeinde Erlinsbach «eine wesentliche Rolle als Bindeglied zur Bevölkerung zu».

30 Jahre Kulturkommission

Eindrücklich ist schliesslich auch die bunte Palette des Erlinsbacher Kulturlebens, dargestellt an Hand des Jubiläums «30 Jahre Kulturkommission» (von Gemeindeschreiber Bruno Vogel) und mit einem Rückblick auf den Betrieb im Kultur- und Begegnungszentrum Wygärtli (aus der Feder von Gemeinderätin Monika Schenker) sowie dank dem Freilichttheater ennet des Erzbachs. Im sportlichen Bereich stellt der Pétanque Club Erlinsbach sein neues Boulodrome Kalkhof vor, die Speuzer Wirtschaftsgeschichte schliesslich wird durch das Jubiläum «80 Jahre Schenker Hydraulik AG» illustriert.

Herausgegeben wird die Dorfchronik von der Gemeinde Erlinsbach AG. Exemplare können am Schalter der Gemeindekanzlei bezogen oder telefonisch bestellt werden, gegen einen Unkostenbeitrag von zehn Franken.